Berlin : Bahnhof Zoo: Senat wirft Bahn falsche Darstellung vor

Klaus Kurpjuweit

Der Streit um den Bahnhof Zoo eskaliert. In einem internen Papier wirft die Stadtentwicklungsverwaltung der Bahn vor, sie manipuliere die Darstellung zum Berliner Bahnkonzept, um den Verzicht auf den Stopp von Fernzügen am Bahnhof Zoo zu rechtfertigen. Die Bahn wiederum droht dem Senat unterschwellig mit einem Abzug von Unternehmensteilen aus Berlin, zum Beispiel nach Potsdam. Berlin profitiere von einer starken Bahn. Dennoch versuche das Land, unternehmerische Freiheit und Wachstumschancen der Bahn einzuschränken, heißt es in einem internen Papier der Bahn.

Doch auch Friedenssignale werden ausgesandt. Gerade weil die Beispiele der Bahn zum Teil „groteske Züge“ hätten oder sogar „bewusst falsch“ dargestellt seien, sei es dringend geboten, eine atmosphärische Verbesserung herbeizuführen, schreibt die Stadtentwicklungsverwaltung in ihrer Stellungnahme.

Die Bahn will aber dabei bleiben, in Zukunft keine Fernzüge mehr am Bahnhof Zoo halten zu lassen. Dies machte gestern der Vorstand für den Personenverkehr, Karl-Friedrich Rausch, auf einer Diskussionsveranstaltung der Grünen im Ludwig-Erhard-Haus klar. Nach der Inbetriebnahme des Nord-Süd-Tunnels mit dem Hauptbahnhof und dem neuen Bahnhof Südkreuz (Papestraße) erreiche der Fernverkehr ohne Umwege das Zentrum der Stadt, argumentiert die Bahn. Dieses Konzept sei vom Senat vor acht Jahren beschlossen worden. Dem widerspricht die Stadtentwicklungsverwaltung. Im so genannten Pilzkonzept, das den Bahnverkehr auf mehrere Stationen aufteilt, sei auch der Bahnhof Zoo als Haltepunkt für die Züge des Ost-West-Verkehrs vorgesehen gewesen, heißt es in der Stellungnahme. Der Chef der AG City, Kurt Lehrke, befürchtet, dass die City West ohne Fernbahnhof stark geschwächt wird. Die Bahn hat es schon vorweggenommen: In ihrem Papier fehlen bereits die Fernverbindungen von Wannsee und Spandau zum Zoo.

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