Bahnstreik : S1 steht still

Verschiedene Maßnahmen der Deutschen Bahn konnten ein Chaos in Berlin vorerst verhindern. Auf den Linien S1 und S3 aber wurde sie überrascht. Verspätungen werden sich bis heute Nachmittag hinziehen.

Marion Schierz[ddp]
Bahnstreik
Mitglieder der Gewerkschaft GDL versuchen einen Kollegen vom Sinn des Streiks zu überzeugen. -Foto: dpa

BerlinDurch den Streik der Lokführer ist es in Berlin und Brandenburg heute Morgen zu erheblichen Verzögerungen im Bahn-Verkehr gekommen. Mit Streikbeginn um 08:00 Uhr mussten Fahrgäste auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Die Fahrgäste seien gut informiert gewesen, erklärten Sprecher von Deutscher Bahn und S-Bahn. Von einem Chaos könne daher bislang nicht gesprochen werden.

Überrascht vom Streik wurden vor allem Touristen, sagte S-Bahnsprecher Gisbert Gahler. Die Straßen Berlins waren nach Angaben der Polizei zumeist nicht voller als sonst.

Überraschung auf der S1 und der S3

Berliner und Brandenburger müssen sich auch nach dem Streikende um 11:00 Uhr auf Einschränkungen im S-Bahn- und Regionalverkehr einstellen. Wegen des von der Lokführergewerkschaft GDL angekündigten Streiks richtete die Bahn bundesweit einen Notfahrplan ein. Die Berliner S-Bahn fährt nach einem Notfahrplan bereits seit 04:00 Uhr auf allen Linien im 20-Minuten-Takt.

Mit Streikbeginn sei es jedoch auf einigen Teilstrecken trotz des Notfahrplans zu erheblichen Störungen gekommen, sagte Gahler. Rund 40 Lokführer hätten ihre Züge gestoppt, mit denen man nicht gerechnet hatte. So fuhr die S3 zwischen Erkner und Ostbahnhof nur noch im Stundentakt. Der Verkehr der S1 zwischen Oranienburg und Schönholz kam völlig zum Erliegen. Derzeit werde versucht dort gegenzusteuern, und andere Kollegen auf die Züge zu setzen.

Leerer Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof waren nach Augenzeugenberichten die Bahnsteige vor allem nach Streikbeginn eher leer. Die Dispatcher der S-Bahn verwiesen auf Linienbusse, die von dort aus verkehren.

Die GDL will mit dem Streik einen eigenständigen Tarifvertrag durchsetzen, der Entgelt und Arbeitszeit für Lokführer regelt. Die Gewerkschaft fordert außerdem deutlich höhere Einstiegsgehälter von mindestens 2500 Euro. Beides lehnt die Bahn ab. Derzeit liegen die Einstiegsgehälter bei 1970 Euro brutto. Hinzu kommen monatlich mehrere Hundert Euro an Zulagen.

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