Bahnstreik zu Ende - Live-Ticker : Zugverkehr normalisiert sich auch in Berlin

Der Bahnstreik ist fürs erste beendet und in dieser Woche soll es auch keinen weiteren Ausstand geben. Am Montagmorgen normalisiert sich der Zugverkehr in Berlin. Im Live-Ticker können Sie nachlesen, wie Berlin den Streik erlebt hat.

von und Jana Kugoth
Informationstafel der Bahn nach dem Lokführerstreik am Montagmorgen.
Alles normal bei der Bahn - auch die Verspätungen. Am Hauptbahnhof stellte sich die Situation heute früh so dar.Foto: Jana Kugoth

9.52 Uhr: Der Streik ist vorbei, es beginne der Streik!

Wie die S-Bahn Berlin mitteilt, verkehren fast alle Züge wieder planmäßig; nur die S25 zwischen Potsdamer Platz und Teltow Stadt sowie die S85 hat noch Probleme. Die S85 fährt nur zwischen Grünau und Nordbahnhof.

Doch auch nach dem Streik hat Berlin noch einige Verkehrsprobleme: So ist die U2 nach einem Kabelbrand zwischen Alexanderplatz und Pankow gesperrt - und in Tegel fallen einige Lufthansa-Flüge von und nach Berlin schon Stunden vor dem angekündigten Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ab 13 Uhr aus. Wie sich dieser Streik entwickelt, erfahren Sie natürlich wieder aktuell hier auf Tagesspiegel.de.

09.31 Uhr: GDL verspricht eine Woche Streikpause

Die Bahn hatte der GDL zuletzt eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt 5 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten angeboten. Bedingung der GDL für Tarifgespräche mit der Bahn ist es aber, neben den Lokführern auch für das übrige Zugpersonal wie Zugbegleiter oder Bordgastronomen zu verhandeln. Für diese Berufsgruppen führt die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bisher die Gespräche.
Trotzdem könne Fahrgäste zunächst aufatmen: Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, kündigte eine siebentägige Streikpause ab Montag an. „Ich denke, dass wir über die nächste Woche reden und dass wir dort eine Pause einlegen von mindestens sieben Tagen“, sagte er am Samstagabend im „heute journal“ des ZDF.

7.53 Uhr: S 85 entfällt, S 25 im Stundentakt

Noch läuft nicht alles wieder rund im Berliner S-Bahn-Verkehr: Wie schon nach dem letzten Streik ist die S 85 eine der letzten Linien, die den Normalbetrieb wieder aufnimmt. Auch die S 25 zwischen Teltow und Hennigsdorf verkehrt nur im 60-Minuten-Takt.

7.30 Uhr: Erste Bahn-Bilanz: Ein Drittel der Züge fuhr trotz Streiks

Eine Streik-Bilanz will die Bahn in den Vormittagsstunden erstellen. „Wir konnten unseren Ersatzfahrplan aber gut fahren und konnten zumindest ein Drittel des Verkehrs anbieten“, teilte eine Sprecherin mit. Reisende seien auf die Situation gut eingestellt gewesen, auch wenn die Züge am Sonntag zum Teil sehr voll gewesen seien. Die Auswirkungen des Streiks seien vor allem im Raum Leipzig und Halle, rund um Hannover sowie im Großraum Mannheim deutlich spürbar gewesen. Im Güterverkehr waren die Lokführer seit Freitag, 15.00 Uhr, im Ausstand, im Personenverkehr seit Samstag, 2.00 Uhr. Am Wochenende waren rund 70 Prozent der Fernzüge ausgefallen, auch im Regionalverkehr fuhren die Züge nur nach einem Ersatzfahrplan.

Zur Erinnerung noch einmal der Hintergrund der Auseinandersetzung: Nach dem Tarifangebot der Bahn sollten die Lokführer eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt 5 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten bekommen. Bedingung der GDL für Tarifgespräche mit der Bahn ist es aber, neben den Lokführern auch für das übrige Zugpersonal wie Zugbegleiter oder Bordgastronomen zu verhandeln. Für diese Berufsgruppen führt die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bisher die Gespräche.

7.00 Uhr: Einzelne Verspätungen und Ausfälle im Regional- und Fernverkehr

Auch im Regional- und Fernverkehr sieht es in Berlin schon wieder nach Business as usual aus. Die meisten Züge fahren laut einem Bahn-Mitarbeiter größtenteils schon wieder nach Plan - und einzelne Verspätungen gehören bei der Bahn ja auch zum normalen Repertoire. So ist heute früh zum Beispiel der Regional-Express, der um 6.33 Uhr von Gesundbrunnen nach Stralsund fahren sollte, um 40 Minuten verspätet. Der Flughafenexpress nach Schönefeld um 6.47 Uhr fiel aus.

6.30 Uhr: Bahn kündigt Normal-Takt im Laufe des Vormittags an

Nach dem bisher längsten Lokführerstreik in diesem Jahr sollen die Züge bis zum Montagvormittag wieder im Normal-Takt rollen. Seit 4.00 Uhr setzten die Lokführer die Züge wieder in Bewegung, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn der Nachrichtenagentur dpa. Bis etwa 9.00 Uhr könne es aber vereinzelt noch zu Verzögerungen und Ausfällen kommen. Die Züge seien wie das Personal aber größtenteils wieder im Einsatz. Der Verkehr sei weitgehend normal in den Tag gestartet, sagte die Sprecherin. Sowohl im Fern- als auch im Regional- und S-Bahn-Verkehr gebe es derzeit keine Hinweise auf größere Schwierigkeiten. Wie beim vergangenen Streik auch müssten Fahrgäste aber noch mit einzelnen „Wacklern“ in den nächsten Stunden rechnen.

Anzeiger bei der S-Bahn in Berlin informiert über Ende des Streiks der GDL.
Der Streik bei der Bahn ist zu Ende, doch es dauert an diesem Montagmorgen noch, bis die Züge wieder nach Plan fahren. Bei der...Foto: Tsp

6.00 Uhr: Bahnstreik beendet, Zugverkehr normalisiert sich langsam

Guten Morgen. Der Streik der Lokführer ist beendet, der Bahnverkehr normalisiert sich langsam. Die Nord-Süd-Bahn in Berlin fährt derzeit im Zehn-Minuten-Takt. Auf dem Ring kommen alle fünf Minuten Züge. Die Berliner S-Bahn informiert hier über Verspätungen und ausgefallene Züge: http://mobil.s-bahn-berlin.de/index.php?site=betriebslage

20.50 Uhr: 70 Prozent der Züge fielen aus - Bahnstreik endet um 4 Uhr am Montag

Nach dem bundesweiten Streik-Wochenende bei der Deutschen Bahn hat das Warten am Montag ein Ende. Um 4 Uhr morgens werde der Streik wie angekündigt beendet, sagte eine Sprecherin der Lokführergewerkschaft GDL in Frankfurt. Die Bahn geht davon aus, dass der Berufsverkehr „weitgehend reibungslos“ anläuft. Vereinzelt könne es aber noch zu Verspätungen und Ausfällen kommen. Am Wochenende waren rund 70 Prozent der Fernzüge ausgefallen, auch im Regionalverkehr fuhren die Züge nur nach einem Ersatzfahrplan. Bahnkunden müssen dann erst einmal keinen weiteren Ausstand fürchten. GDL-Chef Claus Weselsky kündigte eine siebentägige Streikpause an. Dafür müssen sich von Montagmittag an Lufthansa-Kunden erneut in Geduld üben. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit rief ihre Mitglieder zu einer weiteren Arbeitsniederlegung bei Europas größter Airline von 13.00 Uhr bis Dienstagabend um kurz vor Mitternacht auf.

Leere Gleise am Frankfurter Hauptbahnhof.
Leere Gleise am Frankfurter Hauptbahnhof.Foto: dpa

Betroffen seien Kurz- und Mittelstreckenflüge von deutschen Flughäfen. Die Lufthansa wollte am Sonntagabend einen Sonderflugplan veröffentlichen. Langstreckenflüge sollen planmäßig stattfinden.
Nicht betroffen seien auch Verbindungen von Konzern-Gesellschaften wie Germanwings, Swiss oder Austrian Airlines, teilte Lufthansa mit.

17.20 Uhr: Fernbus statt ICE - Pendler weichen auf Alternativen aus

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer sprach vom bisher „besten Fernbus-Wochenende“ seit der Öffnung des Marktes Anfang 2013. Flixbus rechnete mit einem Umsatzanstieg von über 30 Prozent. „Für uns war es ein Rekord-Wochenende“, sagte eine Sprecherin am Sonntag. „Wir haben Zusatzbusse und Doppeldecker eingesetzt.“ Das Unternehmen habe wohl viele neue Kunden gewonnen, die bislang nicht mit Fernbussen unterwegs waren. Die ADAC-Post-Busse meldeten „dieses Wochenende 50 Prozent mehr Buchungen, und wir haben alle verfügbaren Reisebusse aktiviert“. Die meistgefragten Strecken seien Frankfurt-Köln, Hamburg-Münster und Berlin-Hannover gewesen.

Reisende stehen vor einem Fernreisebus
Gewinner des GDL-Streiks: Reisende steigen auf die Fernbusse um.Foto: dpa

15:15 Uhr: CDU-Vize Klöckner kritisiert Machtmissbrauch von Spartengewerkschaften

Angesichts der Streiks von Lokführern und Piloten pocht die CDU-Vize Julia Klöckner auf eine rasche gesetzliche Regelung gegen Machtmissbrauch von Spartengewerkschaften. “Diese nehmen für ihre Forderungen das Land in Geiselhaft. Hier planen Kleinstgewerkschaften den maximal größten Schaden“, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende. “Die Auswirkungen von Spartengewerkschaften wie Cockpit und GDL sind zerstörerisch.“ Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) müsse jetzt umgehend die Macht von Spartengewerkschaften beschränken.

“Die Politik muss gesetzliche Regelungen schaffen, um den Missbrauch der Tarifautonomie zur Durchsetzung von Einzelinteressen zu verhindern.“ Der Gesetzentwurf zur Tarifautonomie müsse nun rasch vorgelegt werden, bevor noch mehr Schaden entstehe. Nahles wollte eigentlich bereits im Sommer einen Entwurf vorlegen, der nun im November kommen soll. Eine Lösung gilt als kompliziert, weil in Deutschland die Tarifautonomie im Grundgesetz garantiert ist.

Klöckner zufolge haben die beiden Gewerkschaften das Gebot der Verhältnismäßigkeit verletzt. “Die Spartengewerkschaften zwingen mit kleinem Aufwand die Republik in die Knie. Das dürfen wir nicht hinnehmen“, warnte sie. Experten befürchten auch in Deutschland bereits “britische Verhältnisse“ wie in den 70er Jahren, als das Land von zahlreichen Streiks kleinerer Gewerkschaften erschüttert wurde, was die Wirtschaft belastete.

Bahn-Mitarbeiter mit roter Warnmarke.
Tausende Mitglieder beteiligen sich seit dem frühen Samstagmorgen an dem Ausstand, mit dem die Deutsche Bahn zum Einlenken im ...Foto: dpa

13 Uhr: Bahn verspricht gesicherten Pendlerverkehr am Montag

Nach dem Streikwochenende bei der Deutschen Bahn ist dem Unternehmen zufolge der Pendlerverkehr am Montagmorgen weitgehend gesichert. Bereits am Sonntag seien über den Ersatzplan hinaus weitere Züge gefahren, sagte Bahnsprecher Matthias Franke der Nachrichtenagentur Reuters. Am gesamten Wochenende habe der Konzern trotz des bundesweiten Ausstandes der Lokführer mit einem Ersatzfahrplan einen stabilen, wenn auch eingeschränkten Reiseverkehr ermöglicht.

10:50 Uhr: Ist der Streik überhaupt rechtmäßig?

Laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" hat die GDL bei der Urabstimmung über die Bahnstreiks möglicherweise geschummelt oder zumindest einen Fehler gemacht. Nach Angaben der Gewerkschaft lag die Zustimmung bei 91 Prozent. Nach einer Berechnung des Arbeitsrechtlers Manfred Löwisch, den die "BamS" zitiert, votierten dagegen nur 74 Prozent für den Streik - notwendig sind 75 Prozent. Die GDL habe demnach offenbar nur die Mitglieder gezählt, die ihren Stimmzettel zurückgeschickt haben, die Nichtwähler seien für das Ergebnis der Urabstimmung nicht berücksichtigt worden. "Damit lag die Zustimmung zum Streik nicht bei 91 Prozent, sondern nur bei rund 74 Prozent der stimmberechtigten GDL-Mitglieder", sagte Löwisch dem Blatt. "Ein über einen kurzen Warnstreik hinausgehender, längerer Streik, wie jetzt über das Wochenende, dürfte deshalb gar nicht stattfinden.“

Die GDL wies die Vorwürfe zurück. „Nach der Arbeitskampfordnung und der Satzung der GDL ist die Urabstimmung rechtens und absolut wasserdicht“, teilte die Gewerkschaft am Sonntag mit. „Wäre dem nicht so, stünden wir schon längst vor Gericht.“

8:40 Uhr: Dobrindt fordert GDL zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Bahn und die GDL erneut aufgefordert, den festgefahrenen Tarifkonflikt schnell zu entschärfen. „Wenn in Tarifverhandlungen konkrete Angebote auf dem Tisch liegen, sollte verhandelt werden“, sagte der CSU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Die Bahn sei das zentrale Verkehrsmittel in Deutschland mit Millionen Fahrgästen täglich. Tarifauseinandersetzungen wie auch Streiks seien ein elementarer Bestandteil der Tarifautonomie, „dazu gehört aber auch die Verpflichtung zum verantwortungsvollen Umgang damit, das heißt auch die Folgen für betroffene Dritte möglichst gering zu halten“, sagte Dobrindt.

8:10 Uhr: GDL-Chef stellt Streikpause in Aussicht

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat eine siebentägige Streikpause ab Montag in Aussicht gestellt. „Ich denke, dass wir über die nächste Woche reden und dass wir dort eine Pause einlegen von mindestens sieben Tagen“, sagte Weselsky am Samstagabend im ZDF-„heute-journal“. Dieses Wochenende müssen Reisende aber nach wie vor mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

7:50 Uhr: Der Streik geht weiter

Auch an diesem Sonntag fallen in ganz Deutschland Züge und S-Bahnen aus. Die Lokführer der Gewerkschaft GDL streiken noch bis Montag um 4 Uhr.

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