Berlin : Bakterien im Badesee: Warum mikroskopische Lebewesen ein Wässerchen trüben können

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Das Landesamt für Arbeits- und Gesundheitsschutz hat gestern nochmals Proben an Badegewässern genommen, um seine Empfehlungen beziehungsweise Warnhinweise zu überprüfen. Dabei soll geklärt werden, ob die fünf Badestellen, von denen am Montag abgeraten wurde, weiter mit Koli-Bakterien belastet sind. "Definierte Schadstoffeinbringer", also bestimmte Abwasser-Quellen, gebe es an diesen Stellen jedenfalls nicht, sagte der Amtssprecher Robert Rath gestern. Dies gelte auch für das Breitehorn an der Unterhavel, wo die EU-Badewasserrichtlinie erneut überschritten wurde. Zwar existiere in der Nähe eine Klinik-Abwasseranlage, diese komme als Verursacher aber nicht in Betracht.

"Nicht empfehlenswert" ist das Baden zur Zeit, wie berichtet, im Halensee, Flughafensee, Breitehorn, an der Sandhauser Straße (Oberhavel) und im Tegeler See gegenüber Reiherwerder. Am Halensee und Flughafensee ist die Erklärung nach Einschätzung von Rath vergleichsweise klar: Beide Seen haben eine Art "Kessel-Lage", bei der Regenwasser jede Art Schmutz ins Badewasser spült - von Hundekot bis zu Blattläusen.

Bei den mikrobiologischen Kontrollen wird das Wasser auf so genannte Indikatorkeime untersucht: Escherichia coli und coliforme Bakterien. Die ersten sind Bakterien, die im Darm von Menschen und Säugetieren vorkommen und sich außerhalb des Körpers kaum noch vermehren. Überschreiten diese im allgemeinen harmlosen Keime im Wasser einen bestimmten Grenzwert, wird angenommen, dass auch andere, krankheitserregende Bakterien im Wasser sein können.

Auch coliforme Bakterien gehören zur normalen Besiedelung des Darms. Sie treten aber auch in der Natur auf und vermehren sich auch im Wasser. Eine Überschreitung des Richtwerts bedeutet noch keine Gesundheitsgefahr. Sie sei aber ein Signal, dass die Wasserqualität sich verschlechtert hat.

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