Ball der Berliner Kaufleute : Tanz um den silbernen Flitzer

Der Ball der Berliner Kaufleute wirbelte zum ersten Mal im Interconti. Und alle fanden das gut

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Aus dem Palais am Funkturm ging es in die vielen Räume des Interconti. Erstmals tanzten die Berliner Kaufleute und Industriellen am Wochenende in dem FünfSterne-Hotel an der Budapester Straße. Der 53. Ball des Verbandes der Kaufleute und Industriellen stand dabei unter der Schirmherrschaft von Jacek Piechota, dem Wirtschaftsminister der Republik Polen. Klar, dass der Ortswechsel des „schönsten der Berliner Bälle“ nach Jahrzehnten die Gespräche bestimmte. Und alle lobten am Samstagabend unisono: Hier ist es schöner.

Denn das Interconti ist eben polyzentrisch – es hat viele Mittelpunkte. Und der Ball tanzte im Interconti überall, in der Marlene-Bar, im Wintergarten, im „Hugenotten“. Die 2000 Gäste schlenderten von Tanzfläche zu Tanzfläche, von Buffet zu Buffet; es nahm kein Ende. Die Eröffnung durch Polens Botschafter Andrzej Byrt und den Präsidenten des Kaufmanns- und Industriellenverbandes Klaus von der Heyde hatte dagegen – wie angekündigt – ein schnelles Ende gefunden: „Ich darf über alles reden, nur nicht über fünf Minuten“, meinte von der Heyde. Er lobte das Nachbarland Polen, durch das Berlin als Wirtschaftsstadt von der „Peripherie in die Mitte gerückt sei“, und er dankte seinem Vorstandskollegen Wolfgang Wagner: Der Chef der Berliner BMW-Niederlassung hatte einige seiner Autos im Hotel aufstellen lassen, die sich später zu einem weiteren Mittelpunkt entwickelten; beim begehrten Probesitzen im neuen Z4-Roadster nämlich. Neben dem silbernen Flitzer gab es mitternächtliche Currywurst und im Wintergarten eine polnische Modenschau. CDU-Chef Christoph Stölzl nutzte einen unbeobachteten Moment und flitzte hinter die Modenschau-Bühne, dort war er den hübschen, langbeinigen polnischen Models näher; seine Frau aber gab Obacht. Auf Dan Coats, den amerikanischen Botschafter, wiederum gab ein ganzer Trupp gut gebauter, unbeteiligt blickender Männer Obacht. Dass die Tanzkapelle polnisch sang, fiel vielen gar nicht oder nur sehr spät auf – denn die Stimme des Sängers Zbigniew Wodeckis klang doch irgendwie vertraut rauchig-talienisch. In manchmal beängstigender Enge erinnerte sich zwar mancher an das doch größere Tanzparkett im Palais. Aber das ist jetzt Geschichte.

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