Berlin : BALZEN ZUR MUSIK: RUMBA UND CHA-CHA-CHA

Aus Kuba stammen sie beide. Der eine gilt als leidenschaftlich und erotisch, der andere ist die fröhliche, temporeiche Variante mit schnellem Grundbeat. Bei der Rumba werben die Tanzpartner ganz offensichtlich umeinander – mit lasziver Hüftbewegung, Körperdrehungen und blitzschnellen Bewegungen zwischendurch. Balzen zu langsamer Percussionbegleitung. Beim Cha-Cha-Cha läuft der Flirt auf dem Parkett frecher, unbeschwerter und weniger verträumt ab. Technisch wurden die beiden spätestens in den sechziger Jahren einander angepasst. Wer den einen lernt, kann also auch den anderen. Rumba – schon ihr Name klingt nach südamerikanischer Nacht. Kein Wunder, sie stammt von der Habanera ab und hat auch den Bolero beeinflusst. 1914 tauchte sie erstmals in New York auf, Anfang der Dreißiger kam sie nach Europa. Und um ihre einzig wahre Form tobte tatsächlich ein Kleinkrieg, bis man sich auf zweierlei einigte: Die langsame Rumba schaffte es ins Welttanzprogramm und die schwierigere kubanische Form 1964 ins Turniertanzprogramm. Den Cha-Cha-Cha erfand in den Fünfzigern ein kubanischer Komponist: Enrique Jorrín. Alle liebten seinen neuen Rhythmus, er inspirierte Tänzer, dem Grundschritt des Mambo einen schnellen Wechselschritt hinzuzufügen. Jorrín fand, das Geräusch klinge wie „cha cha chá!“ und baute es lautmalerisch in einige seiner Lieder ein. In den USA wurde die Neukreation 1955 über Nacht zum Hit: im Viervierteltakt weitgehend am Platz getanzt, in kleinen Schritten und hübsch kokett – zwo, drei, cha-cha-cha! Das geht heute auch zu Chart-Hits und Latin Rock. Susanne Leimstoll / Foto: Kitty Kleist-Heinrich

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