Berlin : Bambi fühlt sich an der Alster wohler

Der Medienpreis kommt 2004 nicht nach Berlin zurück

Falko Müller

Der Medienpreis Bambi wird auch in diesem Jahr in Hamburg vergeben. Verleger Herbert Burda, der den Preis stiftet, hat eine entsprechende Absichtserklärung an Hamburgs Ersten Bürgermeister Ole von Beust geschickt. Von 1999 bis 2002 war der Preis in Berlin zu Hause, im letzten November wurde er dann aber in Hamburg vergeben. „Wer rastet, rostet. Der Preis muss wandern“, sagt Burda-Unternehmenssprecher Nikolaus von der Decken. Warum bleibt der Preis aber dann ein weiteres Jahr in Hamburg? „Hamburg ist eine Medienstadt und wird nicht umsonst als Tor zur Welt bezeichnet“, sagt von der Decken. Außerdem hätte auch die Politik in Hamburg gut mitgezogen.

Hier setzt Michael Braun, medienpolitischer Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, mit seiner Kritik am Berliner Senat an: „Mit Desinteresse“ habe dieser dabei zugesehen, „wie die Bambi-Verleihung an die Alster abgegeben wurde“, heißt es in einer Presseerklärung. „Wenn das wahr wäre, wäre es nicht zu erklären, warum andere Events in Berlin bleiben oder neue nach Berlin kommen“, sagt hingegen Günter Kolodziej, stellvertretender Sprecher des Senats, und fügt hinzu: „Vom Senat ist letztes Jahr ein sehr gutes Angebot gemacht worden. Wenn Herr Burda mit dem Bambi auf Tournee gehen will, muss man das respektieren.“ In Hamburg ist die Freude derweil groß: „Offenbar hat sich der Bambi hier wohl gefühlt“, sagt Christian Schnee, Pressesprecher des Hamburger Senats. Im Berliner Senat ist man überzeugt, dass das goldene Rehkitz dennoch wiederkehrt: „Wenn internationale Künstler an Deutschland denken, denken sie an Berlin. So ein Event kommt auf die Dauer an der Hauptstadt nicht vorbei“, sagt Günter Kolodziej. Etwas gedämpfter klingt das aus der Burda-Zentrale: „Vielleicht sind wir in ein paar Jahren wieder in Berlin. Vielleicht auch nicht“, so Unternehmenssprecher von der Decken.

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