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Bambi-Preisverleihung in Berlin : Party, Pailletten und persönliche Bekenntnisse

Die Bambis waren los am Donnerstagabend im Musical-Theater am Potsdamer Platz in Berlin. Dorthin kam viel Prominenz – und nicht nur die.

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Zurück in Berlin: Bono (Mitte) und seine Weggefährten von U2, The Edge (links) und Adam Clayton (rechts) mit ihren Bambis.
Zurück in Berlin: Bono (Mitte) und seine Weggefährten von U2, The Edge (links) und Adam Clayton (rechts) mit ihren Bambis.Foto: dpa

Große Gefühle, große Gesten, große Triumphe. Bei der 66. Bambi-Verleihung des Burda-Verlags mussten das goldene Reh und seine Preisträger noch einmal über sich hinauswachsen. Superlative müssen sein in einer Show der großen Emotionen zur besten Sendezeit, wenn eine stehende Ovation die nächste jagt. Seit den Anfängen ist der Wettbewerb um die aufwühlendsten Momente immer schwerer geworden.

Ein Ehrenbambi-Preis für die ehrlichste, berührendste Danksagung sollte schon mal für Helmut Dietl zurückgelegt werden. Die Regie-Ikone bekam am Donnerstagabend bereits zum dritten Mal die Auszeichnung, diesmal fürs Lebenswerk. Der an Krebs schwer erkrankte Filmemacher sagte, einen Lebenswerk-Preis könne man nur verleihen, wenn der Lebenswerkler noch ein paar Tage dabei bleibe: „Heute tippe ich auf sechs Monate“. Eingerahmt von Senta Berger und Iris Berben wirkte es ein bisschen so, als spreche er zu seiner Familie. Im Musical-Theater saßen an diesem Abend auch viele Schauspieler und Weggefährten. Danach hatte es die sonst oft so eindrucksvolle Uma Thurman gar nicht leicht, vorzudringen zu den Herzen, sprach von Ehre und lobte die kreativen Visionäre im Publikum, was man halt so sagt.

Nationalspieler gehören im Jahr des Weltmeistertitels natürlich zu einer zünftigen Glamour-Gala dazu. Am Donnerstagabend intonierten Philipp Lahm und Miroslav Klose mit Bastian Schweinsteiger als Laudator im Smoking den sportlichen Paukenschlag am Anfang. „Das hat die gleiche Farbe wie im Sommer, gefällt mir“, lobte Lahm den goldenen Ehren-Bambi der Jury. Die omnipräsente Helene Fischer lieferte schon den Soundtrack zur WM-Party am Brandenburger Tor. Auch sie bekam einen Preis, sogar auch schon den zweiten, und besang ihren Bambi mit gleich zwei Songs kein bisschen atemlos, dafür in heißen Pailletten-Pants auf dem Spurt zum nächsten Konzert. Die Schlagerpop-Diva weiß ihren guten Lauf zu nutzen, wie es sich gehört „mit Ehrfurcht und Stolz“. U2 bedankten sich einfach mit einem Lied, „Every Breaking Wave“, das wirkte besser als die dann folgende Erinnerung an die Aufnahmen im Hansa-Studio in Zeiten des Mauerfalls. Auch „Die Fantastischen Vier“ wurden wegen ihrer „fantastischen Laufbahn“ bedacht.

Immerhin auf drei Stunden war die Zeremonie angelegt, jedenfalls der Teil, der live im Fernsehen übertragen wurde. Bambis gab es auch für soziale Helden. Eine Ehrung ging an Kronprinzessin Mary von Dänemark, die mit ihrer Stiftung Menschen hilft, die ausgegrenzt werden und allein sind. Mit dem „Millenium-Bambi“ ehrten Sebastian Vettel, Nico Rosberg und David Coulthard den abwesenden Michael Schumacher, dessen ungeheure Beliebtheit sich gezeigt habe in der überwältigenden Anteilnahme nach seinem Skiunfall vor knapp einem Jahr. Auf den Tag genau zwanzig Jahre zuvor war er als erster deutscher Fahrer zum ersten Mal Weltmeister in der Formel 1 geworden.

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