Bande zerschlagen : Kinder aus Berlin an pädophile Männer vermittelt

Sie haben kleine Jungen und Jugendliche an Freier vermittelt, die schnellen Sex mit den Minderjährigen wollten: Nun ist es der Polizei gelungen, eine Pädophilen-Bande zu zerschlagen. Drei Männer wurden verhaftet.

Seit Montag sitzen der mutmaßliche Drahtzieher der Bande, ein 44-Jähriger, und zwei seiner Helfer in Haft. Der Vorwurf: Menschenhandel. Zudem ist die Polizei auch 15 Pädophilen auf die Spur gekommen, an die die Jungen vermittelt worden sind. Gegen die Freier wird jetzt wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt.

Der Kopf der Bande, Carsten D., soll schon seit den 90er Jahren eine feste Größe im Stricher-Revier rund um den Bahnhof Zoo und die Kurfürstenstraße sein. Wie genau er seine Geschäfte abgewickelt hat, blieb gestern unklar. Fest steht jedoch, dass die Kinder und Jugendlichen, die Carsten D. mit seinen Komplizen an pädophile Männer vermittelt hat, aus Berlin kommen. „Sie leben hier, haben aber einen osteuropäischen Migrationshintergrund“, sagte Justizsprecher Michael Grunwald. Zwar werde gegen die Tatverdächtigen wegen „Menschenhandels“ ermittelt, dies bedeute jedoch nicht, dass die Kinder und Jugendlichen illegal aus Osteuropa nach Deutschland eingeschleust worden seien.

Nach ersten Ermittlungserkenntnissen seien die Jungen auch nicht mit Drohungen oder Gewalt zum Sex mit den Freiern gezwungen worden. „Die machen das freiwillig und geben per Mundpropaganda sogar die Kontakte weiter. Sie wollen damit das schnelle Geld verdienen“, sagte ein Ermittler. Da die sexuellen Kontakte nach Erkenntnissen der Ermittler auf beiderseitigem Einverständnis beruhten, war gegen die Freier offenbar auch kein Haftbefehl beantragt worden. Gegen die Pädophilen wurde lediglich ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs eingeleitet.

Einer dieser Verdächtigen lebt in Hamburg. Ihn ergriff am Montag die Panik, als die Polizei bei ihm klingelte. Aus Angst flüchtete aus dem Fenster seiner Wohnung im 27. Stock auf den Dachsims. Dort saß er dann fest. Die Höhenretter der Feuerwehr mussten den Mann herunterholen.

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