Berlin : Bank kauft Risikofonds zurück Zeichner für Immobilien-Projekte erhalten Angebot

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Über 50000 Zeichner geschlossener Immobilienfonds bekommen bald Post von der Bankgesellschaft Berlin. Ein Angebot zum Rückkauf der Fondsanteile wird spätestens in zwei Wochen in einem Schwung an alle Anleger verschickt. Eine einzigartige Aktion in der Geschichte des deutschen Bankwesens. Die Kundenberater des Bankkonzerns wurden eigens geschult, um sich für die Fragen der Fondsbesitzer zu wappnen.

Wie berichtet, stellt der Senat zwei Milliarden Euro aus dem Landeshaushalt zur Verfügung, um den Rückkauf der Fondsanteile zu finanzieren. Bis Ende März 2006 haben die Anleger Bedenkzeit, und bis dahin haftet die Bankgesellschaft noch für ihre Zusagen aus den Fondsprospekten. Eigentlich wären diese Haftungsansprüche Ende 2004 verjährt, aber die Bank erklärte sich bereit, die Fristen erst um ein Jahr – und jetzt um weitere drei Monate zu verlängern. Auf diese Weise sollen neue Klagen von Fondsanlegern auf Schadensersatz oder Prospekthaftung verhindert werden.

Die Rückkaufaktion ist zunächst auf 15 Immobilienfonds beschränkt. Die Anleger erhalten, wenn sie das „vorzeitige Andienungsrecht“ wahrnehmen, je nach Fonds 52 bis 80 Prozent des eingesetzten Eigenkapitals zurück. Voraussetzung ist, dass sie keine Klage gegen die Bankgesellschaft eingereicht haben – oder ihre Klage zurückziehen. Eine nachträgliche Versteuerung des Fondsgeschäfts wollte der Senat den Käufern ersparen, auch wenn die gesetzliche Spekulationsfrist von zehn Jahren noch nicht abgelaufen ist. In diesem Fall wird die Abfindung als zinsgünstiges Darlehen ausgezahlt. Das Bundesfinanzministerium hat diesem Modell zugestimmt. Allerdings will die neue Bundesregierung die Spekulationsfrist 2007 abschaffen. Das verunsichert die Anleger.

Überraschenderweise will die Bankgesellschaft auch den Zeichnern der übrigen Fonds, die nicht unter das Abfindungsangebot fallen, entgegenkommen. In einem Brief an die Anleger erklärte die Bank, auf die Verjährung von Prospekthaftungsansprüchen sogar bis Ende 2006 zu verzichten. „Die hierdurch gewonnene Zeit soll dafür genutzt werden, über Lösungen zu entscheiden, die auch bei diesen Fonds einen angemessenen Interessenausgleich ermöglichen.“ za

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