Berlin : Bankgesellschaft Berlin: Bank fehlen zwei Milliarden

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Die Bankgesellschaft Berlin steckt tiefer in der Krise als bisher bekannt. Nach internen Rechnungen droht allein durch den geplatzten Verkauf der Immobiliengesellschaften ein Verlust von 1,95 Milliarden Mark. Zudem erhebt der Aufsichtsrat schwere Vorwürfe gegen den Vorstand und seinen Vorsitzenden Wolfgang Rupf.

In einem vertraulichen Protokoll der Aufsichtsratssitzung vom 16. Februar, das dem Tagesspiegel vorliegt, spricht das Kontrollgremium von einer "sehr negativen Informationspolitik". So bemängeln die Aufsichtsratsmitglieder, dass ihnen maßgebliche Hintergründe zum Milliarden-Geschäft um die Bank-Tochter Ibag verschwiegen wurden. Die Bank-Vorstände seien "zum Teil erheblich" vom genehmigten Verfahren abgewichen. Der Vorstand hatte angekündigt, "namhafte Investmentbanken" würden als Anteilseigner große Teile der Ibag übernehmen. Stattdessen habe "die Bank ein Geschäft mit sich selbst" geschlossen, heißt es im Protokoll. Laut Aufsichtsratschef Feddersen wäre das Geschäft am Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen gescheitert.

Das brisante Sitzungsprotokoll offenbart auch zum ersten Mal das Ausmaß des finanziellen Desasters. So kommen die Wirtschaftsprüfer der Bankgesellschaft zu dem Schluss, dass ein zusätzlicher Rückstellungsbedarf von 996 Millionen Euro notwendig ist. Das teilte der Chefcontroller, Norbert Pawlowski, den Aufsichtsräten mit. Im Protokoll heißt es, die Ibag-Transaktion müsse nun rückabgewickelt werden. Die Rückstellung sei "handelsrechtlich als Drohverlust zu bewerten". Am Vortag hatte sich Berlins Regierender Bürgermeister Diepgen mit dem Präsidenten des Bundesaufsichtsamts für das Kreditwesen getroffen. Das Land hält 56,6 Prozent an der Bankgesellschaft.

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