Berlin : Bankgesellschaft Berlin: Kein Mann für Risikogeschäfte?

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Im Amtsblatt vom 16. September 1999, in dem die Wahlkreisvorschläge für die Abgeordnetenhauswahl bekannt gemacht wurden, stand für die CDU im Wahlkreis 3, Charlottenburg: "Landowsky, Klaus-Rüdiger. Von Beruf Bankdirektor und Rechtsanwalt." Wohl der einzige Bankdirektor in Deutschland, der gleichzeitig Vorsitzender einer Parlamentsfraktion ist. Im Juni 1996 musste der CDU-Politiker allerdings aus dem Vorstand der Bankgesellschaft Berlin ausscheiden, weil sie zu 56,62 % dem Land Berlin gehört. Nach dem Wahlgesetz wäre dies unvereinbar mit einem Parlamentsmandat gewesen. Notgedrungen verzichtete Landowsky auf seinen Sitz in der Konzernspitze, blieb aber Vorstandssprecher der Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank (Berlin-Hyp). Wie kommt ein politisch so interessierter Mensch zur Bank? Es war ein Kompensationsgeschäft zwischen CDU und SPD, dem Landowsky vor 30 Jahren die berufliche Karriere verdankte. 1971 rutschte der damalige SPD-Vizevorsitzende Klaus Riebschläger auf einen Vorstandsposten bei der Wohnungsbau-Kreditanstalt (WBK). Knapp zwei Jahre später wurde der damalige Landesvorsitzende der Jungen Union, Klaus Landowsky, Vorstandsassistent bei der Pfandbriefbank. Während die politische Laufbahn Riebschlägers 1979 jäh endete und er es vorzog, gut verdienender Rechtsanwalt zu werden, blieb Landowsky dem Bankgeschäft treu. Er stieg 1987 zum Vorstandssprecher der Pfandbriefbank auf und ist seit 1993 Chef der Hypotheken- und Pfandbriefbank. In Bankerkreisen gilt Landowsky als fachkundig, kollegial, konsensfähig und einflussreich. Risikogeschäfte seien nicht sein Ding.

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