Berlin : Bankgesellschaft steht zum Baukonzern - Stimmen vor der Aufsichtsratssitzung

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Im Vorfeld der BBF-Aufsichtsratssitzung am kommenden Montag war von der Bankgesellschaft zu hören, sie stehe weiter zum Hochtief-Konsortium. Das Haus ist mit zehn Prozent an der Bietergemeinschaft unter Führung des Essener Konzerns beteiligt. Die Situation sei erst dann neu zu bewerten, wenn es zu einem Verfahrens-Ausschluss und/oder einer Neuausschreibung komme oder aber der Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse vorlägen. Im Rahmen ihrer Aktivitäten im Immobilienbereich war die Bankgesellschaft unlängst durch einen Milliardenkredit an die Bonner Immobilienholding IVG aufgefallen, was zu Spekulationen über eine mögliche Beteiligung auch am IVG-Konsortium Anlass gegeben hatte.

Von dem IVG-Konsortium war offiziell keine Stellung zu bekommen. Man darf aber unterstellen, dass die IVG (vormals Industrieverwaltungs-Gesellschaft) von einem Ausschluss des Konkurrenten Hochtief ausgeht und damit rechnet, dann automatisch als bevorzugter Bieter behandelt zu werden. Dem Vernehmen nach schließt das IVG-Konsortium, zu dem der Flughafen Wien - als Betreibergesellschaft -, die privaten Münchner Flughafenplaner von der Dorsch Consult GmbH und der französische Finanzdienstleister, die Caisse des Depots et Consignations (CDC) gehören, ein Zusammengehen mit dem Konkurrenten aus.

Auf Anfrage bestätigte Hochtief-Sprecher Werner Baier, dass der Essener Baukonzern im Fall eines Ausschluss mit einer Klage vor dem Vergabeüberwachungsausschuss in Brandenburg und dem Oberlandesgericht Brandenburg reagieren werde. Mit dem rechtskräftigen Urteil des OLG vom 3.August 1999 war auch der Auftrag verbunden, mit beiden Konsortien weiter zu verhandeln. Auf dieser Grundlage dürfte Hochtief davon ausgehen, im Zweifel im Rahmen einer professionelleren Neuausschreibung - womöglich auch in Kooperation mit IVG - eine zweite Chance zu bekommen. Wiederholt hatte Hochtief auf die den Verkäufern - Bund, Berlin und Brandenburg - angelasteten Verfahrensfehler verwiesen. Offene Kritik gab es insbesondere, weil "das Objekt der Privatisierung" die Privatisierung in Eigenregie betreibe anstatt auf Dritte zurückzugreifen. Übrigens nicht nur von Seiten Hochtief. Zum Hochtief-Konsortium gehören der Fluhafen Frankfurt Main AG und die ABB Calor Schaltanlagen sowie die Bankgesellschaft.

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