• Bankräuber drohten mit „Bomben“ Bandenmitglieder stehen vor Gericht – sie sollen 14 Überfälle begangen haben

Berlin : Bankräuber drohten mit „Bomben“ Bandenmitglieder stehen vor Gericht – sie sollen 14 Überfälle begangen haben

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Bei mehreren Banküberfällen drohte die Bande mit einer Bombenexplosion. Dabei legte einer der Gangster ein rot blinkendes Päckchen auf den Tresen. „Überfall“, rief er und verlangte Geld. In anderen Fällen wurden die Kassierer der Geldinstitute mit Schreckschusspistolen bedroht. 14 Überfälle innerhalb eines Jahres sollen auf das Konto der vierköpfigen Bande gehen. Seit gestern müssen sich zwei der mutmaßlichen Haupttäter vor dem Landgericht verantworten.

Der 37jährige Horst H. und der 26-jährige Manuel J. arbeiteten laut Anklage „arbeitsteilig". Während der Ältere mit tief ins Gesicht gezogener Mütze die Geldinstitute betrat, soll der Jüngere zumeist draußen aufgepasst haben. Einige der Bankfilialen in Wedding, Charlottenburg, Kreuzberg oder Prenzlauer Berg suchte die Bande zwei- bis dreimal heim. Zwischen März 2003 und April 2004 summierte sich die Beute nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf 150 000 Euro.

Die Serie begann in einer Sparkassenfiliale in Wedding. Einer der maskierten Täter legte auf den Kassentresen ein Päckchen, an dem unablässig ein rotes Licht blinkte. Der Kassierer ging von einer echten Sprengstoffladung aus. Mit knapp 15 000 Euro entkamen die Räuber. Die angebliche Bombe ließen sie zurück. Die alarmierten Polizisten brachten die Bankangestellten in Sicherheit, räumten eine angrenzende Supermarkt-Filiale und sperrten Teile der Straße für den Verkehr. Bis ein benachrichtigter Sprengstoffexperte Entwarnung gab.

Auch bei einem Überfall auf die „Reise-Bank“ am Bahnhof Zoo soll Horst H. ein „blinkendes Paket" hinterlassen haben. Das Gelände rund um den Hardenbergplatz und die U-Bahn-Ausgänge wurden abgesperrt. Wieder wurde ein Fachmann für den verdächtigen Gegenstand gerufen. Wieder handelte es sich um eine Attrappe aus grauer Knetmasse, einer Autoantenne und einer roten Leuchtdiode.

Bei einem der Überfälle verlor einer der Räuber seine Mütze. Die Spuren führten zu Horst H., der wegen Raubes bereits vorbestraft ist. Ende Mai wurden er und seine mutmaßlichen Komplizen festgenommen.

Vor Gericht wollen H. und J. reden, allerdings erst am nächsten Prozesstag am 13. Dezember. Gestern wurde nur die Anklage verlesen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Freiheitsstrafen zwischen drei und 15 Jahren.K.G.

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