Berlin : "Barbuch Berlin": U-Bahnplan für den Cocktail-Dschungel

Matthias Oloew

Berlin, deine Bars! So viele Hymnen sind schon angestimmt worden, aber den Überblick zu behalten, fällt selbst Insidern schwer. Diese Situation ist ein klarer Fall für die Verlagsbranche, die immer neue Bar- und Kneipenführer der Stadt auf den Markt wirft. Jetzt ist noch ein neuer hinzugekommen. Der Quadriga-Verlag hat sich mit dem Stadtmagazin Tip zusammengetan und das "Barbuch Berlin" aufgelegt. Eine für den Verlag äußerst praktische Kooperation. Als Autoren konnte Quadriga auf die Gastro-Redaktion zurückgereifen und die Bebilderung übernahmen die Hausfotografen. Durchgehend bunt ist der Band im handlichen Manteltaschen-Format, und die Bilder machen wirklich Appetit auf einen Drink im Newton oder einen Absacker im Pinguin Club. Die wichtigste Frage, welche Bars die besten sind, beantwortet der Führer nicht. Auch ein Ranking gibt es nicht. Stattdessen werden 30 Bars ausführlich als "Highlights" gewürdigt. Aber auch alle anderen kommen im Abschnitt "Bars von A - Z" nicht schlecht weg. Herzhafte Verrisse fehlen also, und das ist auch in Ordnung so, schließlich ist der aufgeklärte Bar-Mensch selbstbewusst genug, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Hübsche Idee: Die Bar-Geschichten mit einigen Star-Geschichten zu kombinieren. So plaudert Peter Lohmeyer über seine Liebe zum Mojito und Maren Kroymann verrät, wo sie am liebsten die Nacht ausklingen lässt. Besonders nett ist die Idee, statt eines Rankings einen imaginären U-Bahn-Plan zu skizzieren: Auf der "Classic"-Linie liegen die Stationen "Green Door", "Zur Weißen Maus" oder der "Würgeengel". Auf dem "Insider-Ring" gibt es die "Astro-Bar", das "Eschloraque Rümschrümp" oder die "Galerie Bremer". Im "808" kann man sogar umsteigen: vom "Glamor-Zug" in die "TransAm-Linie".

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