Basel will Berliner Busfahrer : Ohne Oberdeck zurück in die Zivilisation

Die Basler Verkehrsbetriebe wollen "Bus-Chauffeure" aus Berlin abwerben. Bernd Matthies rätselt über die Kampagne aus Basel. Unter welche Umständen die Berliner Busfahrer wohl umfallen und abwandern?

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Basel statt Berlin - so mancher Busfahrer in der Hauptstadt könnte das Angebot aus der Schweiz verlockend finden.
Basel statt Berlin - so mancher Busfahrer in der Hauptstadt könnte das Angebot aus der Schweiz verlockend finden.Foto: dpa

Berufswunsch? Na klar: was mit Medien. Das hat sich in Deutschland so innig eingebürgert, dass ein kleines Problem entstanden ist: Wer soll den jungen Medienmacher aus seinem Vorstadtidyll an den Arbeitsplatz bringen?

Busfahrer sind es möglicherweise bald nicht mehr. Denn die Stadt Basel hat eine Abwerbungskampagne gestartet, bei der sie so gut wie alle Argumente auf ihrer Seite hat. Neben dem etwa fünffachen Nettoeinkommen sind dies die geregelten Arbeitszeiten bis maximal nachts um elf, wenn die Baseler Bürgersteige hochklappen. Das lästige Oberdeck würde wegfallen. Und natürlich auch die Berliner Angewohnheit, dem Fahrer eine reinzuhauen, statt ein Ticket zu lösen. Kurz: Es wäre für die genervten Berliner Busfahrer die Rückkehr in die Zivilisation.

Doch was steckt dahinter? Mag sein, dass sich die Schweiz im Steuerstreit auf ihre angestammten Stärken besinnt: Kauft ihr unsere Steuer-CDs, dann kaufen wir eure Busfahrer. Mit Ärzten und Köchen hat es angefangen, aber das Prinzip ließe sich auf Lehrer, Ingenieure, Medienmacher ausdehnen, od’r? Zur Abwerbung von Berliner Politikern wird es aber garantiert nicht kommen.

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