Berlin : Bauarbeiten am Gleisdreieck: U-Bahn-Linie 1 unterbrochen

Weil die BVG eine Brücke repariert, müssen Fahrgäste auf die U2 umsteigen. Weitere Sperrungen folgen. Auch die S-Bahn fährt anders

Jörn Hasselmann

Nun heißt es auf der U-Bahn-Linie 1 wieder: umsteigen, bitte. Die BVG repariert in den kommenden zwei Wochen die Stahlträger der Hochbahnbrücke am Gleisdreieck. Der Abschnitt zwischen der gleichnamigen Station und Wittenbergplatz wird gesperrt. Fahrgäste müssen bis Ende Juli in die parallel fahrende U2 umsteigen. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch. Wer aus Kreuzberg kommt, muss am Gleisdreieck zum unteren Bahnsteig hinabsteigen, einen Fahrstuhl oder Rolltreppen gibt es nicht. Am Wittenbergplatz muss der Zug erneut gewechselt werden, dort fahren die Züge dann Richtung Uhlandstraße (nur alle 10 Minuten) und Dahlem. Unterschiedliche Angaben macht die BVG zur Dauer der Arbeiten. Während es auf den Hinweisschildern in den Bahnhöfen 29. Juli heißt, ist im Internet vom 30. Juli die Rede. Vorbildlich sind jedoch die zahlreichen und auffälligen Hinweistafeln zu diesen Bauarbeiten. Am Bahnhof Kurfürstenstraße, der in diesen zwei Wochen ganz geschlossen wird, hängen bereits oben an den Eingängen Hinweise. Wer sonst hier zur U1 wollte, muss nun zur nahe gelegene Station Bülowstraße gehen. Hier fährt die U2.

Kopfzerbrechen macht der BVG eine andere Brücke, gleich nebenan. Auf der U2 zwischen Gleisdreieck und Bülowstraße ist seit einigen Wochen Tempo 15 vorgeschrieben, die Züge schleichen durch die enge Kurve. Diese Brücke, über die in den kommenden beiden Wochen auch die Umsteiger aus Kreuzberg fahren, stammt aus dem Eröffnungsjahr der Berliner U-Bahn 1902. Dort wurden Schäden festgestellt, die Höchstgeschwindigkeit ist deshalb stark begrenzt. Ein Gutachten soll klären, ob die Stahlbrücke repariert werden kann oder abgerissen werden muss.

Problematisch für die BVG ist, dass die Brücke die viergleisige Einfahrt in den Tiergartentunnel der Deutschen Bahn überspannt. Der Tunnel soll wie der Hauptbahnhof im Mai 2006 eröffnet werden, nach BVG-Angaben sei es jedoch unwahrscheinlich, dass eine Reparatur der U-Bahn-Strecke bis dahin zu schaffen sei. Ab Mai rollen täglich 50 ICE- und über 100 Regionalzüge unter der baufälligen U-Bahn-Anlage hindurch. Eine Reparatur ohne Behinderung der Fernbahn scheint daher kaum möglich zu sein.

Sperrungen gibt es in diesem Sommer noch mehr. Schon seit Mai ist die U3 in Zehlendorf zwischen Krumme Lanke und Thielplatz wegen Bauarbeiten unterbrochen, ab kommendem Montag, also dem 18. Juli, fahren die Züge dann nur noch bis Breitenbachplatz. Bis Anfang September fahren zwischen Breitenbachplatz und Mexikoplatz nur Ersatzbusse.

Umsteigen heißt es aber auch bei der S-Bahn. Wie berichtet, ist bis Ende November die Strecke zwischen Anhalter Bahnhof bis Yorckstraße gesperrt, da im Tunnel ein neues Signalsystem installiert wird. Fahrgäste der S2 und der S26 aus Blankenfelde/Lichtenrade und Teltow/Lichterfelde müssen Papestraße für eine Station in die Ringbahn wechseln und dann in Schöneberg ein zweites Mal umsteigen in die S-Bahn-Linie 1. Diese fährt dann durch den Tunnel Richtung Friedrichstraße weiter. In der kommenden Woche gibt es noch stärkere Einschränkungen: Jeweils in den Werktagsnächten in der Zeit von 21 Uhr bis 1.30 Uhr fahren zwischen Yorckstraße und Potsdamer Platz nur Busse, am kommenden Wochenende dann sogar rund um die Uhr.

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