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Bauarbeiten in Berlin : S-Bahn-Ausfall? Die Berliner nehmen's sportlich

Am Freitagabend spielt Hertha BSC gegen Hannover 96. Fans sollten an den Ersatzverkehr zwischen Halensee und Westend denken.

Yves Bellinghausen, Susanne Romanowski
Umsteigen bitte: Nicht nur auf der Ringbahn ist derzeit mit Verzögerungen zu rechnen.
Umsteigen bitte: Nicht nur auf der Ringbahn ist derzeit mit Verzögerungen zu rechnen.Foto: Paul Zinken/dpa

Der Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Westend (– Messe/ICC – Westkreuz –) und Halensee ist bis zum 18. April gesperrt. Ab 22 Uhr fahren zwischen Halensee und Westend Busse. Diese benötigen aber wesentlich länger, die Straßen sind sehr stauanfällig. Zwischen Bundesplatz und Halensee rollen die Züge der Linien S41 und S42 im Zehnminutentakt. Bis jetzt nahmen die Berliner die Ausfälle gelassen. Lesen Sie hier eine Reportage aus den ersten Tagen der Sperrung.

Im S-Bahnhof Westend steht am Samstagmorgen eine Familie und schaut sich ratlos in alle Richtungen um. Die Touristen beugen sich tief über den Stadtplan. Alle anderen Fahrgäste, die die Ringbahn S41 verlassen, folgen zielstrebig den roten Aufklebern auf dem Boden. "Zum Schienenersatzverkehr" heißt es darauf. Von der S-Bahn-Sperrung zwischen Westend und Halensee lässt sich hier kaum jemand aus der Ruhe bringen. "Es dauert halt ein bisschen länger, aber es ist ja alles gut ausgeschildert", sagt eine Reisende im Ersatzbus.

Auf diesem Streckenabschnitt fahren bis zum 18. April keine Züge der Linien S41, S42 und S46. Die S45 wird werktags allerdings den ganzen Tag bis Bundesplatz verlängert. Insgesamt behindern seit Freitagabend gleich drei Großbaustellen den S-Bahn-Betrieb. Auf die längste Bauzeit mit wechselnden Behinderungen müssen sich Reisende auf der Linie S7 zwischen Wannsee und Potsdam einstellen. Bis zum 27. Juni tauscht die Bahn hier Gleise und Stromschienen aus. Bisher läuft nach Aussage der S-Bahn-Berlin "alles planmäßig".

Mal ist in der Zeit die Strecke gesperrt, mal rollt es, mal muss umgestiegen werden. Bis voraussichtlich zum kommenden Montag, dem 21. März, 1.30 Uhr, gibt es die erste Vollsperrung. Stattdessen fahren Omnibusse im Ersatzverkehr; sie brauchen für die Strecke zwischen Wannsee und Potsdam mindestens 20 Minuten länger. Wer aus der City kommt und in die brandenburgische Landeshauptstadt will, kann auch an den Stationen Ostbahnhof, Alex, Friedrichstraße, Hauptbahnhof, Zoo, Charlottenburg und Wannsee in den Regional-Express RE 1 oder die Regionalbahnen RB 21/22 einsteigen.

Bis 18. April Sperrung des westlichen S-Bahn-Rings

Sechs Wochen wird an der Linie S5 zwischen Fredersdorf und Hoppegarten gebaut. Ab sofort bis zum 29. April rollen hier keine Züge mehr. Stattdessen fahren Busse zwischen den S-Bahnhöfen Fredersdorf, Neuenhagen und Hoppegarten. Zusätzliche Stopps gibt es an den Haltestellen Fredersdorf Kirche und Neuenhagen Schule-Süd. An Werktagen wird Regionalbahn-Linie RB 26 während der Hauptverkehrszeiten zwischen Strausberg und Lichtenberg verdichtet. Wer aus Strausberg kommt, erspart sich den Schienenersatzverkehr.

Bis zum 18. April müssen sich Fahrgäste auch auf die Sperrung des westlichen S-Bahn-Rings einstellen. Vier Wochen lang fahren keine Züge der Linien S41, S42 und S46 zwischen Halensee und Westend. Die S45 wird werktags allerdings den ganzen Tag bis Bundesplatz verlängert. Es gibt Ersatzverkehr mit Bussen, die aber 20 Minuten länger brauchen als die S-Bahnen. Wer hier gewöhnlich unterwegs ist, sollte prüfen, ob sich mit den U-Bahnlinien U2, U3, U7 und U9 vielleicht Umfahrungsmöglichkeiten bieten.

Fußballfans auf Umwegen

Auch wenn bisher alles nach Plan läuft, wurde es am Samstagnachmittag für Hertha BSC-Fans besonders eng, die zum Spiel Hertha gegen Ingolstadt wollten, das um 15.30 Uhr im Olympiastadion begann. Durch die Ringbahn-Sperrung wird das Westkreuz nicht bedient - ein zentraler Umsteigebahnhof Richtung Olympiastadion. Bei der Bahn gab es diesbezüglich keine Bedenken: "Die Fans wissen schon ganz genau Bescheid, wo sie lang müssen", sagte eine Sprecherin der Bahn vor dem Spiel. Für einige Hertha-Anhänger stimmte das allerdings nicht. So eilten drei Minuten vor Spielbeginn zwei Fans atemlos in Richtung Stadion: Sie waren bis Westkreuz gefahren und hatten erst dort vom Schienenersatzverkehr erfahren. Da sie spät dran waren, schon ein paar Bier intus hatten und zudem nicht wussten, wie gut die Ersatzverbindung ist, nahmen sie sich ein Taxi - und schafften es gerade noch rechtzeitig zum Anpfiff.

Das Ligaspiel war die Generalprobe: Nächste Woche spielt im Olympiastadion die deutsche Nationalmannschaft gegen England.

Als das Ostkreuz noch ein Rostkreuz war
Hier oben auf dem Bahnsteig A war das Gleisbett von Sträuchern überwuchert. In die Anzeigetafel hatte jemand vor Jahren eine Bierflasche geworfen. Liebe Leserinnen, lieber Leser: Senden Sie Ihre Fotos des alten Bahnhofs Ostkreuz an leserbilder@tagesspiegel.de!Weitere Bilder anzeigen
1 von 64Foto: Henning Onken
14.06.2017 08:40Hier oben auf dem Bahnsteig A war das Gleisbett von Sträuchern überwuchert. In die Anzeigetafel hatte jemand vor Jahren eine...

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