Baubeginn : „Alles läuft nach Plan beim Schloss“

Für den Wiederaufbau des Stadtschlosses ab Herbst 2010 sieht es gut aus. Die Befürworter einer Verschiebung des Baubeginns scheinen an Gewicht zu verlieren.

 Der Präsident der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Hermann Parzinger, sagte gestern im Gespräch mit dem Tagesspiegel: „Ich gehe davon aus, dass alles im Plan bleibt.“ Die Vorarbeiten für den Baustart im kommenden Jahr würden zügig fortgesetzt, „die diskutierte Verzögerung ist nicht Programm geworden“, erklärte Parzinger. Heute will er mit dem Staatssekretär im Bundesbauministerium, Lütke Daldrup, vor der Presse über den Planungsstand zur Rekonstruktion des Schlosses mit dem Humboldt-Forum berichten.

In den vergangenen Wochen hatten sich besonders in Kreisen der neuen Bundeskoalition Politiker zu Wort gemeldet, die eine Verschiebung des Baubeginns aus Kostengründen forderten. Dadurch bekomme man kurzfristig einen Posten von 440 Millionen Euro frei, den man für vordringlichere Projekte verwenden könne, hieß es. „Bevor wir neue Schlösser bauen, sollten wir erst einmal die bestehenden Schlösser sanieren“, sagte der Finanzexperte der Bundes-CDU, Steffen Kampeter. In ihrer gerade beschlossenen Koalitionsvereinbarung bekennen sich CDU und FDP zwar zum Wiederaufbau, legen sich aber zum umstrittenen Baubeginn nicht fest. Eine Verschiebung des Baustarts müsste letztlich vom Bundestag beschlossen werden.

Der Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Hermann Parzinger, gilt als Befürworter eines zügigen Baubeginns. Denn nach dem bisher vorgesehenen Terminkalender werden die außereuropäischen Sammlungen der Stiftung ab 2014 ins Humboldt-Forum einziehen. Dieses soll als Zentrum für Kultur, Bildung und Wissenschaft hinter der rekonstruierten Schlossfassade entstehen.

Derzeit ist der Wiederaufbau des Schlosses nach Plänen des Architekten Franco Stella aber noch aus anderen Gründen in der Schwebe. Das Bundeskartellamt hat den Vertrag mit Stella wegen Verfahrensfehlern für nichtig erklärt. Dagegen hat das Bundesbauministerium Beschwerde eingelegt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf will ab 2. Dezember über die umstrittene Vergabe verhandeln. CS

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