Baudenkmal am Breitscheidplatz : Im Hugendubel-Haus wird bald Bekleidung verkauft

21.08.2012 17:14 UhrVon Cay Dobberke
Ende einer Ära. Im März schloss Hugendubel die Buchhandlung an der Tauentzienstraße, seitdem stehen die vier Etagen leer und werden renoviert. Foto: Thilo Rückeis
Ende einer Ära. Im März schloss Hugendubel die Buchhandlung an der Tauentzienstraße, seitdem stehen die vier Etagen leer und werden renoviert. - Foto: Thilo Rückeis

Bekleidung statt Bücher: In die ehemals größte Berliner Hugendubel-Filiale an der Tauentzienstraße zieht eine US-Modekette – während die angeschlagene Buchhandelsgruppe bereits die nächste Schließung plant.

Knapp ein halbes Jahr nach der Schließung der Buchhandlung Hugendubel an der Tauentzienstraße 13 in Charlottenburg steht der neue Hauptmieter in dem denkmalgeschützten Geschäftshaus fest: Nach Tagesspiegel-Informationen will die US-Modekette „Forever 21“ im Frühjahr 2013 auf 3000 Quadratmetern in vier Etagen ihren ersten deutschen „Flagship-Store“ eröffnen. Zurzeit werde das 1955 als Deutsches Familienkaufhaus (Defaka) errichtete Gebäude gegenüber dem Breitscheidplatz „behutsam und denkmalgerecht renoviert und modernisiert“, heißt es vom Eigentümer Gutman Investment.

Die Ursprünge. 1955 eröffnete das Deutsche Familienkaufhaus (Defaka) an der Ecke Tauentzien- und Rankestraße. Die Fassade steht heute unter Denkmalschutz. Foto: promo/Gutman Investment
Die Ursprünge. 1955 eröffnete das Deutsche Familienkaufhaus (Defaka) an der Ecke Tauentzien- und Rankestraße. Die Fassade steht heute unter Denkmalschutz. - Foto: promo/Gutman Investment

Deshalb schließt dort bald auch die Schuhhandlung Leiser, der Räumungsverkauf läuft. Die Vermieter verhandeln nach eigenen Angaben „intensiv“ mit neuen Interessenten, schließen aber auch eine spätere Rückkehr von Leiser nicht aus.

Unterdessen hat die wirtschaftlich angeschlagene Buchhandelskette Hugendubel angekündigt, Ende Januar 2013 auch ihre Filiale in den Potsdamer-Platz-Arkaden aufzugeben. Dort läuft der Mietvertrag aus. 14 betroffenen Mitarbeitern würden frei werdende Stellen im Unternehmen angeboten, heißt es. Vor einiger Zeit soll Hugendubel einen Umzug in das künftige Einkaufszentrum am Leipziger Platz erwogen haben, doch davon ist nun keine Rede mehr.

Vom Tisch scheint außerdem die bereits im vorigen Jahr angekündigte Idee, als Ersatz für die Filiale in der Tauentzienstraße einen kleineren Standort in der City-West zu suchen. Darauf deutet eine Äußerung von Unternehmenschef Maximilian Hugendubel hin: „Wir wollen uns künftig ganz auf unsere übrigen Berliner Filialen konzentrieren“, sagte er im Juni, als die Mitarbeiter am Potsdamer Platz über die dortige Schließung informiert wurden. Gewerkschaftsvertreter hatten schon vorher bezweifelt, dass eine Neueröffnung nahe der Tauentzienstraße realistisch sei – zumal Hugendubel die Buchabteilung im nahen KaDeWe betreibt.

Als stadtweit erfolgreichste Filiale gilt die Buchhandlung an der Steglitzer Schlossstraße. Außerdem ist Hugendubel in Berlin in den Neukölln-Arcaden, in der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg und im Karstadt-Warenhaus am Hermannplatz vertreten.

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