Berlin : Bauen im großen Bogen

Am Alexanderplatz nähert sich ein Großprojekt der Vollendung – und zwei weitere sind schon absehbar

Cay Dobberke

Der Alexanderplatz verändert weiter sein Gesicht: Gestern erhielt das Einkaufszentrum „Alexa“, das im Herbst zwischen dem Platz und der Jannowitzbrücke eröffnen soll, Teile seiner Fassade. Die bogenförmigen Elemente auf der Südseite sind als architektonisches Gegenstück zu den nahen S-Bahnbögen gedacht. Ansonsten soll der Bau vor allem mit Art-Deco-Elementen im Stil der 20er Jahre gestaltet werden, was zurzeit allerdings noch nicht erkennbar ist.

Im Laufe dieses Jahres werden weitere Baustellen hinzukommen. So soll das einstige DDR-Gesundheitsministerium an der Grunerstraße zu Gunsten eines Vier-Sterne-Hotels mit 421 Zimmern abgerissen werden; der Altbau steht seit Jahren leer und verfiel immer mehr. Nun aber steht der Grundstückeigentümer vor der Unterzeichnung eines Mietvertrags für das geplante Hotel. Dessen voraussichtlicher Betreiber ist die spanische Hotelgruppe Sol Melia. „Es gibt keine inhaltlichen Probleme mehr“, sagte Erhard Ellenberger von der Projektentwicklungsgesellschaft Gold.Stein aus Frankfurt/Main, der das Areal gehört. Er rechne in „sehr kurzer“ Zeit mit dem Vertragsabschluss. Eine Sprecherin der Hotelkette wollte nur bestätigen, dass „wir seit langem interessiert sind“. Im vorigen Jahr hatte Sol Melia sein erstes Berliner Haus in der Friedrichstraße eröffnet; das Hotel am Rande des Alex könnte 2009 folgen. Der Bauantrag ist zwar noch nicht gestellt, aber das Bezirksamt Mitte hat mit einem Bau-Vorbescheid bereits grundsätzlich Grünes Licht gegeben.

Bereits im Frühjahr will die amerikanische Immobiliengruppe Hines mit dem Bau eines Geschäftshauses auf ihrem Grundstück an der Alexander-, Ecke Grunerstraße beginnen. „70 Prozent des Gebäudes sind bereits vermietet“, sagte gestern der Geschäftsführer von Hines- Deutschland, Karl Franz Wambach. Es handele sich um einen einzelnen Mieter, dessen Name er aber noch nicht nennen wollte. Ursprünglich gehörte Hines zu den potenziellen Bauherren von Hochhäusern am Alex; doch ob und wann der einst geplante Turm über dem Komplex tatsächlich gebaut wird, ist noch offen.

Bereits im Mai 2006 hatte der Kaufhof am Alexanderplatz seinen knapp zweijährigen Umbau abgeschlossen; das Warenhaus zählt zu den Flaggschiffen des Konzerns. Im vorigen September ging auch der lange Leerstand des Berolina-Hauses zu Ende: Nach einer grundlegenden Modernisierung und Sanierung eröffnete dort eine Filiale des Modehauses C & A.

Bereits seit Monaten läuft außerdem der Umbau des Platzes selbst. Bis zum Frühjahr sollen die meisten Arbeiten beendet sein. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ließ unter anderem den Bodenbelag erneuern und Gleise für eine neue Straßenbahnstrecke verlegen. Die Bauarbeiten für die Tram sollen laut Behördensprecherin Manuela Damianakis bis Mai enden. Die BVG hat derweil die Eingänge des U-Bahnhofes Alexanderplatz weitgehend umgestaltet, auch diese Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss.

Für die Stadtentwicklungsverwaltung zeigen alle diese Maßnahmen die „steigende Attraktivität“ des Platzes, der besonders wegen seiner verkehrsgünstigen Lage die Investoren anlocke. Vielleicht kommt bald auch noch ein Geschäftshaus neben dem Park-Inn-Hotel hinzu; dieses Projekt ist allerdings noch nicht spruchreif.

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