Baumrettung : Anwohner vereiteln Pappel-Fällung

Um die Abholzung einer Baumgruppe in Kreuzberg zu verhindern, haben Anwohner sich vor die Bäume gestellt und die Polizei gerufen. Pappeln sollen eigentlich einem Kinderspielplatz weichen.

Berlin - Etwa 30 Anwohner haben am Montag die Fällung einer Pappelgruppe am Legien- und Leuschnerdamm kurz vor der Waldemarstraße verhindert. Sie stellten sich vor die Bäume und hinderten die vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beauftragte Firma an der Arbeit. Ein Anwohner rief die Polizei, die den Fälltrupp wieder wegschickte. „Es lag keine Fällgenehmigung vor“, sagte eine Polizeisprecherin.

„An der Stelle ist ein Kinderspielplatz geplant. Weil der unter Straßenniveau liegt, sind die Pappeln abrutschgefährdet“, begründete Baustadträtin Jutta Kalepky (parteilos) die Fällungen. Zur Rettung der Bäume hatte sich vor zwei Wochen die Anwohnerinitiative „Bäume für Kreuzberg“ zusammengefunden. „Wir werden schriftlich gegen das Vorgehen protestieren“, kündigte Claudia Peter von der Initiative an. Die Bürger seien unzureichend informiert worden. „Der Bezirk lässt uns bewusst im Dunkeln, weil er nach den Protesten am Landwehrkanal bei Baumfällungen Gegenwehr befürchtet.“ Kalepky verwies darauf, dass die Fällung lange geplant gewesen und durch den Bürgerverein Luisenstadt auch bekanntgemacht worden sei.

Der ehemalige Luisenstädtische Kanal am Legien- und Leuschnerdamm soll für 600 000 Euro saniert werden. Er verband bis in die 20er Jahre die Spree mit dem Landwehrkanal. 1930 wurde er von dem Landschaftsarchitekten Erwin Barth zur Gartenanlage umgestaltet, die jetzt teilweise wieder hergestellt werden soll.mj

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben