Baumschutz : Nabu kritisiert Betonierung des Landwehrkanals

Der Naturschutzbund Deutschland befürchtet weiteren Schaden durch die aufgestellten Betonklötze am Landwehrkanal, die ein Umfallen der Bäume verhindern sollen.

Betonklötze Landwehrkanal
Keine Gedenksteine, sondern Anker. An den Betonklötzen werden die Bäume am Landwehrkanal befestigt, damit sie nicht umkippen. -Foto: Peter Meißner

BerlinDer Naturschutzbund Deutschland (Nabu) kritisiert die Sicherungsmaßnahmen an 20 Bäumen am Berliner Landwehrkanal. Durch die Arbeiten entstehe an den Bäumen "mehr Schaden als Nutzen", teilte der Sachverständige für Statik und Verkehrsicherheit an Bäumen Michael Barsig mit. Gemeinsam mit dem Nabu bemängelte der Experte die Dimension der Betonklötze sowie die "fehlerhafte Ausführung" der Sicherungsarbeiten.

Im Ergebnis befürchten die Naturschützer eine weitere Vernichtung von "hochwertigem Altbaumbestand". Daher fordern sie eine Beteiligung unabhängiger Experten bei der Kanalsanierung. Nach Angaben des Nabu seien für die Klötze 320 Tonnen Beton verwendet worden.

Fast 40 Bäume gefällt

In den vergangenen Monaten hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) insgesamt 38 Bäume fällen lassen. An Angaben des Amtes drohten diese wegen der maroden Kaimauern ins Wasser zu stürzen. Nach den ersten Fällungen gab es zahlreiche Proteste von Anwohnern und Bürgerinitiativen zum Schutz der Bäume.

Mehrere Verhandlungsrunden mit Vertretern aller Gruppen zu alternativen Schutzmaßnahmen einzelner Bäume brachten nach Auffassung des Amtsleiters kein Ergebnis. Daher veranlasste er am 5. Juli die Fällung von 22 Bäumen. Nach der Aktion konnte so der vorübergehend für den Schiffsverkehr gesperrte Kanal wieder teilweise freigegeben worden. Weitere "Problembäume" sollten gesichert und damit vor dem Fällen bewahrt werden. (mit ddp)

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