Baupläne : Eine neue Skyline für die City-West

Zoofenster, Schimmelpfeng-Areal und Riesenrad - In den nächsten Monaten beginnen die Arbeiten für drei prägende Neubauten mit einer Gemeinsamkeit: Alle wollen hoch hinaus.

Cay Dobberke
Riesenrad am Zoo
Das geplante Riesenrad am Zoo. -Grafik: Promo

In den nächsten Jahren wird die City West eine neue Skyline erhalten – mit mindestens drei Millionen-Projekten, die zwischen 118 und 185 Meter hoch hinaus wollen. Außer dem neuen Hochhaus auf dem Zoofenster-Areal, das ein Investor aus Dubai bauen will, gibt es konkrete Pläne für ein Hochhaus-Hotel auf dem Gelände des Schimmelpfeng-Hauses an der Kantstraße. Zusammen mit dem neuen Riesenrad am Zoo bekäme die bisher von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dem Europa-Center geprägte Gegend an drei Stellen einen neuen Blickfang und wäre baulich der City-Ost voraus, wo sich die Hochhausplanungen am Alexanderplatz auf unabsehbare Zeit verzögern.

„Höchste Zeit, dass die City-West ihr Gesicht verändert“, findet der Architekt Kaspar Kraemer. „Es ist die Aufgabe unserer Generation, die Bausünden der Nachkriegszeit zu reparieren.“ Zwischen Bahnhof Zoo und Kantstraße sei „der bauliche Zustand unerträglich“. Kraemer, Beiratsmitglied der Bundesstiftung Baukultur und ehemaliger Präsident des Bundes Deutscher Architekten, war früher maßgeblich an der Projektentwicklung für ein Hochhaus an Stelle des Schimmelpfeng-Hauses in der Kantstraße beteiligt. Das Konzept für das Hochhaus auf dem Schimmelpfeng-Areal hat sich mittlerweile verändert. Nun soll dort ein Hotel entstehen. „Wahrscheinlich kein Luxushotel, sondern ein Zwei- bis Drei-Sterne-Haus. Da gibt es zu Messezeiten noch großen Bedarf“, sagt Kraemer. Auch Charlottenburg-Wilmersdorfs Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) wartet darauf, dass die großen Bauprojekte zwischen Breitscheidplatz und Bahnhof Zoo in Gang kommen. So gilt das Aussichtsrad am Zoo als künftiger Touristen-Attraktion. Die Bauarbeiten beginnen im Laufe dieses Jahres.

Auch für das seit 17 Jahren geplante „Zoofenster“-Hochhaus scheint der Weg frei. Anfang März werde das Projekt von den neuen Investoren und dem Bezirk vorgestellt, sagt Gröhler. Spätestens Anfang April sollen die Bagger rollen.

Die Bayerische Immobilien Gruppe, einer der Geldgeber für die Beseitigung des Autotunnels in der Budapester Straße, will mittelfristig mit der Modernisierung des „Zoobogens“ beginnen. Zu diesem Gebäudeensemble entlang der Hardenberg- und Budapester Straße gehören das Kino Zoo-Palast und das so genannte Bikini-Haus. Mit der Zeit geht nun auch das älteste Einkaufszentrum Berlins: Das seit 1965 bestehende Europa-Center hat eine grundlegende Modernisierung hinter sich, die auffälligste Veränderung ist der 2007 eröffnete Anbau mit dem größten Berliner Saturn-Elektronikmarkt.

Das Herz der City-West sei nach wie vor eine Toplage, sagt Kraemer. Jetzt zeichne sich ein neuer Aufschwung ab. Schade nur, dass „die Geschwindigkeitsfanatiker der Bahn“ nicht bereit seien, am Zoo wieder Fernzüge halten zu lassen.

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