Bauprojekt : Monroe-Park: 200 neue Lofts im Grünen

In den historischen Gebäuden der einstigen Telefunken-Werke und in der späteren McNair-Kaserne im Steglitzer Ortsteil Lichterfelde-West sollen bis 2012 200 Lofts entstehen. Am Freitag begann der Verkauf der Wohnungen.

Christoph Stollowsky

Die Zeiger der großen Zifferblätter am Uhrturm sind schon lange stehen geblieben, darunter soll es am Boden aber nun zügig vorangehen: Die Berliner Projektentwickler S+P Real Estate wollen bis 2012 rund 200 Wohnungen mit Loftcharakter in die historischen Gebäude der einstigen Telefunken-Werke und späteren McNair-Kaserne an der Goertzallee im Steglitzer Ortsteil Lichterfelde-West einbauen. Der Verkauf der Wohneinheiten begann am Freitag, die Bauarbeiter sollen noch im September anrücken.

Im Zuge der Finanzkrise war das Vorhaben durch die Pleite des vorherigen Investors Lehman Brothers gefährdet. Doch seit Real Estate Ende 2008 mithilfe neuer finanzkräftiger Partner die Anteile der insolventen US-Investmentbank übernommen hat, gibt es bei diesem derzeit größten Berliner Wohnungsbauprojekt wieder Fortschritte.

Schaut man aus der Vogelperspektive auf das denkmalgeschützte Areal, so umschließen mehrere drei- bis vierstöckige Gebäuderiegel große quadratische Innenhöfe. Der Industriearchitekt Hans Hertlein hat diesen streng geometrischen Grundriss und die nüchternen Bauten sowie den Uhrturm des 1937–1940 errichteten Telefunken-Hauptsitzes entworfen. Seit der Nachkriegszeit nutzten die US-Streitkräfte bis 1994 die Gebäude. Real Estate greift diese Tradition auf: Der Wohnpark ist nach der Schauspielerin Marilyn Monroe benannt.

Im Gegensatz zu vielen Lofts in der Innenstadt sind die geplanten bis zu vier Meter hohen und 210 Quadratmeter großen Wohnungen von viel Grün umgeben und werden folglich als „familienfreundlich“ angepriesen.Sie sollen für 70 Millionen Euro in den einstigen Industriebauten sowie in Penthäusern auf deren Dächern entstehen. Zur Kinderfreundlichkeit passt, dass ein Teil der Gebäude auch für zwei Schulen umgebaut wird: Für die neue Kopernikus-Gesamtschule und die bilinguale Phorms-Privatschule, deren Grundschulzweig bereits zum neuen Schuljahr eröffnet wurde.

Das gesamte Vorhaben auf 25 000 Quadratmetern wird von dem Architekten Sergei Tchoban geplant. Er hat in Mitte unter anderem das Dom Aquaree entworfen und war für den Umbau des Berolinahauses am Alexanderplatz verantwortlich. CS

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