• Bauruine am Kurfürstendamm 101: Millionen-Streit zwischen dem Eigentümer und dem Bezirksamt Wilmersdorf

Berlin : Bauruine am Kurfürstendamm 101: Millionen-Streit zwischen dem Eigentümer und dem Bezirksamt Wilmersdorf

CD

Zwischen dem Eigentümer des seit Jahren eingerüsteten Rohbaus am Kurfürstendamm 101 / Ecke Joachim-Friedrich-Straße und dem Bezirksamt Wilmersdorf bahnt sich ein erbitterter Streit ums Geld an. 3,7 Millionen Mark soll der Arzt Roman Skoblo demnächst in die Bezirkskasse zahlen, weil er statt eines schon Anfang der 90er Jahre abgerissenen Wohnhauses nunmehr ein vorrangig für Behinderte gedachtes Hotel plant. Dafür verlangt Baustadtrat Alexander Straßmeir (CDU) gemäß dem Zweckentfremdungsverbot in Wohngebieten eine Ablösesumme. Doch Skoblo, der weitere Immobilien besitzt, will "andernorts genügend Ersatzwohnraum geschaffen" haben. Eine entsprechende Liste werde gerade erstellt, sagte er gestern auf Nachfrage.

Im BVV-Bauausschuss waren sich am Donnerstagabend alle Fraktionen einig darin, dass der Bezirk "hart durchgreifen und das Geld eintreiben" müsse, wie es Wolfgang Sadowski von der CDU ausdrückte. Roland Thiel (Grüne) sprach von einem "Erpressungsversuch" - denn der Eigentümer hatte laut Stadtrat Straßmeir nur 100 000 Mark als Ausgleichszahlung angeboten, dafür aber einen baldigen Baubeginn zugesichert. "Nicht länger hinnehmbar" fand SPD-Vertreter Claus Klar die Situation.

Vor zwei Jahren hatte Skoblo auch schon einmal eine Seniorenresidenz geplant und genehmigt bekommen. Straßmeir und Klar sagten, sie hätten "sehr zähe" beziehungsweise "chaotische" Gespräche mit ihm geführt. Beamte der Baubehörde "haben fast Nervenzusammenbrüche erlitten", so der Stadtrat. Anwohner kritisieren den unvollendeten Bau seit langem als Schandfleck in prominenter Lage.

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