• Baustadtrat Wegner sieht die Optimierung in Tegel als Stärkung für den Standort Berlin

Berlin : Baustadtrat Wegner sieht die Optimierung in Tegel als Stärkung für den Standort Berlin

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Das Bezirksamt Reinickendorf steht einem möglichen Bauantrag der Berliner Flughafengesellschaft zur Erweiterung des Flughafens Tegel wohlwollend gegenüber. Tegel solle zwar, wie vereinbart, geschlossen werden, doch vorher müsse alles getan werden, um den Flughafenstandort Berlin zu stärken, sagte gestern Baustadtrat Michael Wegner (CDU). Die Flughafengesellschaft plant, wie berichtet, das Parkhaus am Parkplatz P 2, das direkt ans Terminal angrenzt, aufzustocken. Dort sollen zusätzliche 20 Abfertigungsschalter installiert werden. Die Flughafengesellschaft bezeichnet dies als "Kapazitätsausschöpfung". Rechnerisch könnten nach dem Ausbau zwei Millionen Passagiere mehr als jetzt pro Jahr abgefertigt werden.

Beliebig lässt sich die Kapazität in Tegel jedoch nicht mehr erweitern. Die Start- und Landebahnen könnten zwar Flugzeuge für etwa 15 Millionen Passagiere aufnehmen, doch für die Abfertigung von großen Maschinen ist Tegel nicht geeignet. Die Flughafengesellschaft lässt deshalb nur Flugzeuge mit maximal 260 Plätzen landen. Deshalb wurden auch die Pendler-Flüge zwischen Köln/Bonn und Berlin nach Schönefeld geleitet.

Der zweite Engpass in Tegel ist die Zufahrtsstraße zum Flughafen mit der Unterführung. Einen steigenden Autoverkehr durch mehr Passagiere könnte die Straße nicht aufnehmen. Ohnehin müsse zumindest die Kreuzung der Zufahrtsstraße mit dem Saatwinkler Damm angepasst werden, sagte Flughafen-Geschäftsführer Lothar Schulz. Dort kommt es bereits jetzt regelmäßig zum Stau.

Die Flughafengesellschaft will in den Ausbau insgesamt 30 Millionen Mark stecken; davon sind 24 Millionen Mark für die baulichen Veränderungen vorgesehen. Unter anderem müssten auch zusätzliche Busse angeschafft werden, die die Passagiere vom Abfertigungsbereich zu den Flugzeugen auf dem Rollfeld bringen. Direkte Zugänge über so genannte Finger sind beim Erweiterungsbau nicht vorgesehen.

Nach Berechnungen der Flughafengesellschaft würden sich die Ausgaben bis 2004/2005 amortisieren. Anfang nächsten Jahres soll der Aufsichtsrat sein Votum zu den Plänen abgeben. Er hatte den Ausbau bereits einmal auf Eis gelegt. Optimierungen im bisherigen System stärken nach Ansicht von Baustadtrat Wegner den Flughafenstandort Berlin und damit langfristig auch den geplanten Alleinflughafen in Schönefeld.

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