Berlin : Baustart für die U55

Am Pariser Platz wird jetzt wieder gebuddelt

Klaus Kurpjuweit

Jetzt geht es los. Am Mittwoch beginnen die Arbeiten zum Bau des U-Bahnhofs Brandenburger Tor für die künftige U-Bahn-Stummellinie U55. Damit gibt es die nächsten zwei Jahre wieder eine Großbaustelle am Pariser Platz, auf dem dann unter anderem auch keine Silvesterparty mehr stattfindet.

Im ersten Schritt werden Leitungen verlegt, um Platz für den Bahnhofsbau zu schaffen. Deshalb müssen auch 16 Linden auf dem Mittelstreifen vor dem Hotel Adlon gefällt werden. Acht weitere, erst vor kurzem gepflanzte Bäume auf dem nördlichen Gehweg werden umgepflanzt; sie sollen auf dem Gelände der U-Bahn-Betriebswerkstatt Britz-Süd weiter wachsen. Fünf weitere Linden werden später gefällt.

Auf dem Mittelstreifen errichtet die BVG um die Leitungsbaustelle einen etwa zwei Meter hohen Zaun, auf dem sie dreisprachig über den U-Bahn-Bau informieren will. Im zweiten Schritt wird der nächste Zaun um die künftige Baugrube herum, die auf der nördlichen Fahrbahn zwischen dem Pariser Platz und der Wilhelmstraße entsteht, auf bis zu acht Meter Höhe wachsen.

Hierfür plant die BVG nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Andreas Graf von Arnim ein „Umhüllungskonzept“, dessen Einzelheiten noch nicht feststehen. Auch Werbung soll auf dem Zaun angebracht werden können. Möglicherweise gibt es auch Monitore, auf denen das Baugeschehen im Untergrund übertragen wird. Stündlich würden auch nicht mehr als drei Lastwagen zur Baustelle fahren, so von Arnim.

Der Bahnhof Brandenburger Tor wird gebaut, damit U-Bahnen durch den im Rohbau fertigen Abschnitt vom Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof mit Zwischenstation Reichstag zum Brandenburger Tor fahren können, wo die Fahrgäste in die S-Bahn umsteigen können. Zwischen beiden Stationen wird es eine direkte Verbindung geben. Bisher endet der Tunnel unmittelbar vor dem künftigen Bahnhof.

Der Senat hatte die Arbeiten an der U5, die den Hauptbahnhof mit dem Alexanderplatz verbinden soll, mitten in der Bauphase gestoppt. Weil das meiste Geld vom Bund kam, bestand der Bundestag darauf, dass der Rohbauabschnitt zwischengenutzt wird. Deshalb soll dort ab Sommer 2006 ein Zug als U55 mit vier Wagen hin- und herfahren. Spätestens 2020 soll dann die Strecke bis zum Alexanderplatz fertig sein. Das Provisorium kostet 28 Millionen Euro, von denen der Bund 24 Millionen Euro übernimmt.

Ausführliche Informationen zum Bau gibt es im „Info-Point“ im Haus Unter den Linden 80, den die BVG Anfang September eröffnen will. Anders vermieten lässt sich der Raum mit der Baustelle unmittelbar davor in der Bauzeit ohnehin nicht.

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