Berlin : Baustelle Berlin: Ein Unfall brachte Frank Steffel den Stau an der Autobahnbaustelle

Klaus Kurpjuweit

Frank Steffel hatte Glück. Um 7 Uhr, so hatte er am Vortag angekündigt, wollte der CDU-Fraktionsvorsitzende, der Regierender Bürgermeister werden will, gestern bei einem "Fototermin" an der "Staustelle" Jakob-Kaiser-Platz/Tegeler Weg die Berliner auffordern, sich nicht "veräppeln" zu lassen. Zudem wollte Steffel gegen "Dauerstau und Schikane" protestieren. Und just zu diesem Zeitpunkt gab es im Baustellenbereich der Autobahn tatsächlich einen Stau - verursacht durch einen Unfall. Dann geht fast immer nichts mehr, mit oder ohne Baustelle. Ansonsten stockte der Verkehr gestern, am dritten Tag der Autobahn-Sperrung, nach Angaben der Polizei kaum.

Was an den Arbeiten allerdings "Schikane" ist, blieb Steffels Geheimnis. Die Baustellen waren zwar von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) angeordnet worden, dazu war es aber auch "höchste Zeit", wie ADAC-Vorstand Eberhard Waldau sagt. Die Reparaturen der maroden Fahrbahnen waren von Strieders Vorgänger Jürgen Klemann (CDU) jahrelang hinausgezögert worden. Er wollte die mit der Baustelle verbundenen Proteste vermeiden. Strieder setzte sich nun mit dem ADAC zusammen und beide erstellten gemeinsam vor den Bauarbeiten Faltblätter, die die Autofahrer informierten.

Bei der Sperrung der Autobahn am Jakob-Kaiser-Platz Richtung Süden im vergangenen Jahr gab es kaum Probleme. Und auch jetzt ist das von Skeptikern befürchtete Chaos bei der Sperrung Richtung Norden bisher ausgeblieben. Staus ließen sich allerdings nicht ganz vermeiden.

Eng wird es auch am Wochenende auf dem Stadtring zwischen Rathenauplatz und dem Kreuz Wilmersdorf. Von Freitag, 20 Uhr, bis Montag, 5 Uhr, bleibt auch dieser Abschnitt gesperrt, weil für den Abriss und Neubau der Hohenzollerndammbrücke ein Autokran eingesetzt werden muss. Auch der Brückenneubau konnte nach Strieders Angaben nicht länger aufgeschoben werden; das Bauwerk war marode und auf Dauer nicht mehr verkehrssicher.

Erneuert wird von Montag an ferner ein 700 Meter langer Abschnitt der Heerstraße zwischen der Wilhelm- und der Sandstraße, der sonst nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung ebenfalls nicht mehr verkehrssicher wäre. Hier läuft der Verkehr in beiden Richtungen aber zweispurig weiter.

Die rot-grüne Koalition habe zudem keinen Stopp von Straßenneubauten beschlossen, erklärte gestern der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Christian Gaebler. Klar sei nur, dass aufwendige Neubauten derzeit nicht finanzierbar seien. Auch dies sei keine Schikane. Ob langfristig der Bau der B 101 durch Lankwitz erforderlich sei, werde derzeit noch einmal geprüft. Und für den Weiterbau der Autobahn A 100 vom Dreieck Neukölln über das Ostkreuz zur Frankfurter Allee gebe es in den nächsten Jahren kein Geld vom Bund. Mit den für Berlin bis 2013 vorgesehenen Mitteln werde derzeit die Teltowkanal-Autobahn A 113 zum Flughafen Schönefeld vorfinanziert.

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