Baustelle Max-von-Laue-Schule : Jahrelange Schulsanierung: Extrafach Ruinenkunde

Die Max-von-Laue-Schule ist am Ende ihrer Geduld: Nach jahrelangen Bauarbeiten und vielen leeren Versprechungen hat das Bezirksamt in Lichterfelde den Termin für die Fertigstellung abermals verschoben - und ein neuer ist noch nicht in Sicht.

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Baustelle in der Max-von-Laue-Schule
Altbau mit Tücken: An der Max-von-Laue-Schule gibt es zwar bauliche Probleme. Die Eltern schätzen sie aber wegen des engagierten...Foto: privat

Die Sanierung der Max-von-Laue-Sekundarschule in Lichterfelde entwickelt sich zum Albtraum: Nach mehrjährigen Bauarbeiten, unzähligen gebrochenen Zusagen und einer Komplettauslagerung hat das Bezirksamt nun abermals den Termin für die Fertigstellung revidiert – ohne einen neuen zu nennen. Nun fordern Schulleiter und Elternschaft Konsequenzen: „Jemand muss die Verantwortung übernehmen und die Fehler im System beheben“, heißt es in einem gemeinsamen Brief an den Bezirk, der dem Tagesspiegel vorliegt.

Anlass für den Vorstoß ist die neuerliche schlechte Nachricht, dass es mit dem Umzug in das renovierte Gebäude auch nicht zu den Herbstferien klappen wird. Schlimmer noch: Das Bezirksamt sieht sich außerstande, Zusagen für die Weihnachts- oder Winterferien zu machen. „Aus den bisherigen Erfahrungen haben wir gelernt, dass es besser ist, keine weiteren falschen Erwartungen zu wecken“, begründet Bildungsstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) die Zurückhaltung. Das bedeutet, dass die Schule noch auf unbestimmte Zeit in ihrem beengten Ausweichquartier in der ehemaligen Schmid-Ott-Schule bleiben muss. Da sei es zumindest „trocken“, bemüht sich die Stadträtin um Galgenhumor.

Die Schule selbst ist allerdings am Ende ihrer Geduld. „Meine Glaubwürdigkeit als Schulleiter steht zur Disposition“, beklagt Günther Schrenk. Immer wieder habe er Eltern, Schülern und Lehrer die Zusagen des Bezirksamtes übermittelt – und immer wieder habe er sie zurückziehen müssen. Schrenk beklagt, dass in diesem Schuljahr zehn Schüler von ihren Familien wieder abgemeldet worden seien. Viele hätten das mit der baulichen Situation begründet.

Inzwischen hat sich auch der Bürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp (CDU), eingeschaltet. „Sehr ärgerlich“ sei die Situation. Wenig Verständnis hat er auch dafür, dass beim Bezirk die Stelle des Fachbereichsleiters für den Hochbau seit einem Jahr vakant ist. Er fordert, dass der zuständige Baustadtrat das Verfahren beschleunigt.

Formal verantwortlich für Baumaßnahmen in Schulen ist das Schulamt, das allerdings eng mit dem Bauamt zusammenarbeitet. Gemeinsam mussten die beiden Ämter erleben, wie sich auf der Baustelle in der Dürerstraße immer neue Probleme auftaten. Mal wurde Schwammbefall festgestellt, dann stellte sich heraus, dass die gesamte Elektrik erneuert werden musste. Die Problem häuften sich auch deshalb, weil der Altbau an etlichen Stellen erweitert werden musste: So zeigte sich beim Dachausbau, dass die Statik des darunterliegenden Geschosses nicht ausreichte. Zudem musste auch noch ein Neubau gemanagt werden, da die Schule von drei auf vier Parallelklassen erweitert wird. Richtig verworren wurde die Lage aber erst, als 2012 auch noch die ausführende Firma Insolvenz anmeldete und der zuständige Architekt aufhörte.

Um den Umbau zu beschleunigen, fiel im Februar 2013 – zwei Jahre nach Baubeginn – die schwierige Entscheidung, die Schule komplett auszulagern. Seitdem muss sich die Schule mit fehlenden Turnhallenkapazitäten abfinden und auf naturwissenschaftliche Fachräume im Gymnasium Steglitz ausweichen. Zudem ist das Ausweichgebäude so klein, dass alle unter beengten Verhältnissen arbeiten müssen.

Die Forderung nach Konsequenzen aus dem Desaster beantwortet Baustadtrat Michael Karnetzki (SPD) mit dem Hinweis auf eine inzwischen monatlich tagende Runde mit der Schulstadträtin und den beteiligten Architekten sowie Mitarbeitern der Bauabteilung für all jene Bauvorhaben, die Probleme bereiten. Dass die Stelle des Hochbauamtsleiters seit einem Jahr unbesetzt ist, hat in den Augen von Karnetzki nichts mit den Verzögerungen an der Schule zu tun.

Rektor Günther Schrenk hat jetzt nur noch einen Wunsch: „Wir müssen zum Tag der offenen Tür am 10. Januar wieder in unserem Gebäude sein. Sonst gehen die Anmeldezahlen noch weiter zurück.“

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