Berlin : Baustelle Pariser Platz: Silvesterparty muss weichen

Weil die BVG für die U55 eine Grube aushebt, verläuft die Feiermeile jetzt zwischen Straße des 17. Juni und Potsdamer Platz

Matthias Oloew

Weil die BVG den Pariser Platz zur Baustelle macht, sind dort bis auf weiteres keine großen Veranstaltungen mehr möglich. Erste Konsequenz: Die Feiermeile für die Silvesterparty wird verlegt. Statt Unter den Linden und Straße des 17. Juni wird in diesem Jahr voraussichtlich auf der Strecke Potsdamer Platz, Ebertstraße und Straße des 17. Juni gefeiert. „Der Pariser Platz ist wegen der Sicherheitsauflagen nicht mehr nutzbar“, sagt Mittes Baustadträtin Dorothee Dubrau (Grüne). Silvester-Party-Veranstalter Willy Kausch sieht das nach eigenen Angaben ganz entspannt: „Auf dem Pariser Platz wäre mir die Feier zu heikel.“

Wie berichtet, beginnt die BVG noch im Sommer damit, vor dem Hotel Adlon eine Grube auszuheben um den Bahnhof Pariser Platz für die Linie U55 zu bauen. Diese kurze Bahn soll den neuen Lehrter Bahnhof, den Reichstag und das Brandenburger Tor verbinden. Die Baugrube wird mit einem circa sieben Meter hohen Zaun abgesperrt, zwischen Pariser Platz und Wilhelmstraße entsteht so ein Engpass. „Damit ist ein wichtiger Fluchtweg für die feiernde Menge auf dem Platz versperrt“, erklärt Dubrau, und aus diesem Grund große Partys vor dem Brandenburger Tor nicht mehr zu verantworten.

Schon bei früheren Silvesterpartys war die Sicherheit immer wieder ein Problem, da nur drei Fluchtwege zur Verfügung standen: durchs Tor, Richtung Unter den Linden und über den Baugrund der künftigen US-Botschaft. Bei Überfüllung hatte der Veranstalter den Platz deshalb immer wieder dicht machen müssen. Auch der Bau der Botschaft kommt jetzt in Gang. Für Partymacher Kausch sind das keine zwingenden Gründe, die Feier zu verlegen: „Diese Baustelle ist kein Grund, den Ort zu wechseln.“ Er ist aber optimistisch, die Party auch auf der neuen Strecke etablieren zu können: „Ich habe meinen Vertrag mit dem Senat um drei Jahre verlängert.“ Auf den Vorschlag des neuen Geschäftsführers im Olympiastadion, Winfried Schwank, Silvester in der fertig gestellten Arena zu feiern, möchte Kausch nicht eingehen: „Das ist ein schwachsinniger Ansatz“, sagt er, „das kommt nicht in Frage.“ Für ihn mache nur eine Feiermeile in der Innenstadt Sinn. Das sieht Stadion-Manager Schwank wiederum anders: „Unsere Party wird eher eine Ergänzung als Konkurrenz sein.“

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