Berlin : Baustopp bringt Mehrausgaben

Herausgerissene Tramgleise müssen wieder eingesetzt werden

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Der von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) angeordnete Baustopp für die StraßenbahnVerlängerung vom Prenzlauer Tor zum Alexanderplatz führt bei der BVG zunächst zu Mehrausgaben. Der Verkehrsbetrieb muss wieder den alten Zustand herstellen und Gleise einbauen, die für die Verlängerungsstrecke bereits herausgerissen worden waren. Jetzt fehlt eine Verbindungskurve für Umleitungen bei Betriebsstörungen, die wieder errichtet werden muss. Auch die neuen Weichenanlagen waren bereits bestellt worden. Insgesamt wurden schon 4,3 Millionen Euro in den Boden gesteckt – vor allem für das Verlegen von Leitungen. Strieder will mit dem Baustopp Geld sparen.

Sparen war auch das Ziel der BVG nach Abschluss der Bauarbeiten. Weil die Straßenbahnen von der Prenzlauer Allee kommend geradeaus über die Karl-Liebknecht-Straße zum Alexanderplatz fahren sollten, statt wie jetzt auf Umwegen an ihr Ziel zu kommen, hätte die BVG im Jahr 800 000 so genannte Nutzwagenkilometer gespart. Damit wären die Betriebskosten erheblich reduziert worden. Zudem hatte die BVG mit mindestens 6000 zusätzlichen Umsteigern von und zur Straßenbahn gerechnet. Die so genannte Alex-II-Strecke sei äußerst wichtig und wirtschaftlich notwendig, heißt es in der BVG-Zeitschrift „Profil“. Die BVG hofft, dass das Projekt nicht endgültig gestoppt ist.

Die Koalitionsparteien SPD und PDS haben vereinbart, die Strecke weiterzubauen, wenn Geld dafür vorhanden sei. Strieder will die bei der Straßenbahn gesparten Beträge in die Sanierung der U-Bahn-Tunnel im Westteil der Stadt stecken. Nach dem Mauerfall hatten sich BVG und Senat auf die Erneuerung der Strecken im Ostteil der Stadt konzentriert. Baureife Sanierungsabschnitte gibt es derzeit im Westnetz aber kaum. Selbst für die Sanierung eines steinernen Pfeilers am U-Bahnhof Bülowstraße brauchte die BVG mehrere Jahre Planungszeit. Immerhin soll der Riss jetzt im Sommer beseitigt werden. kt

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