"Baywatch"-Premiere am Potsdamer Platz : Beachparty zum Film wurde abgesagt

Am Potsdamer Platz entstand für die „Baywatch“-Premiere ein Strandidyll. Doch mit Blick auf Manchester sagte der Verleih die Beachparty ab.

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Keine große Beach-Party im Sony-Zelt.
Keine große Beach-Party im Sony-Zelt.Foto: Spiekermann-Klaas

Es sollte „die größte Beachparty aller Zeiten“ werden, Premierenfieber vor malerischer Strandkulisse, an diesem Dienstagabend unterm Sony-Zelt am Potsdamer Platz. Doch am Vortag kam die Weisung aus den USA, von der Zentrale des Verleihs Paramount Pictures: Keine „Baywatch“-Party, kein roter Teppich – nur am Nachmittag eine Pressekonferenz mit den angereisten Stars, die sich dann am Abend im Kino vor den geladenen Gästen verneigen und ein paar Sätze sagen werden, anschließend die Filmvorführung und Schluss.

„Aufgrund der tragischen Ereignisse in Manchester und aus Respekt vor den Opfern und trauernden Angehörigen“ – so lautet die Begründung für die kurzfristige Rückführung der glanzvoll geplanten Europapremiere auf eine simple Filmvorführung. Umsonst auch die aufwändige Vorbereitung der Freifläche unterm Zeltdach: Knapp eine Woche ist es her, dass dort eine Art „Tropical Islands“ entstand. Badefreuden blieben dort zwar trotz Brunnenanlage verwehrt, aber Sand gab es genug, nicht einfach auf den nackten Boden gekippt, vielmehr auf ein zum Schutz ausgebreitetes Flies.

Auch eine Art Strandsteg wurde aufgebaut, dazu ein Häuschen im Malibu-Stil für die Rettungsschwimmer, wie man es eben aus den einschlägigen Filmen und TV-Serien aus Übersee kennt. Aus „Baywatch“ vor allem, der Serie, die von 1989 bis 2001 in 243 Folgen die globale Badewelt beglückte, mit David Hasselhoff und Pamela Anderson in den Rollen als oberste Bademeister. Noch immer profitieren die beiden vom Ruhm der Serie.

"The Hoff" ist am Start

Nein, Pamela ist nicht gekommen, aber „The Hoff“, der darin eine Nebenrolle spielt, wird am Abend im Kino dabei sein – eher ein Auftritt im Schatten des muskulösen Nachfolgers Dwayne „The Rock“ Johnson, trotz Hasselhoffs Erfahrung als Berlin-Wall-Barde („Looking for Freedom“).

Die Bademeister Dwayne Johnson und Zac Efron werden bei der Premiere erwartet.
Die Bademeister Dwayne Johnson und Zac Efron werden bei der Premiere erwartet.Foto: imago/ZUMA Press

Allerlei von der DLRG ausgeliehenes Rettungsgerät komplettierte die Beach-Szenerie, auch Strandliegen hatte man reichlich aufgestellt – eine jetzt überflüssig gewordene Kulisse für Johnson und seine Co-Stars: Kelly Parker, die Pamela Andersons frühere Rolle spielt, weiter Zac Efron, Alexandra Daddario, Priyanka Chopra, Jon Bass und Ilfenesh Hadera, dazu Regisseur Seth Gordon und die Produzenten Beau Flynn und Hiram Garcia. Gedreht wurde übrigens in Savannah im US-Bundesstaat Georgia und auf der nahen Insel Tybee Island – ein mit einem gewissen Gruselfaktor behaftetes Badeparadies. Dort ging 1958 beim Zusammenstoß eines Atombombers mit einem Jagdflugzeug eine Wasserstoffbombe verloren. Sie wurde nie gefunden.

Party am Potsdamer Platz

Mit solchen Risiken ist in Berlin nicht zu rechnen. Blindgänger tauchen hier hin und wieder auf, nuklear sind sie nicht, und so konnte der berühmte Spinnenmann Peter Parker ganz entspannt am Brandenburger Tor auf- und niederhüpfen, als hier im vergangenen Oktober Szenen für „Spider-Man: Homecoming“ gedreht wurden, mit Tom Holland als aktuellem Superhelden. Auch ein BVG-Bus spielte dabei eine Rolle, wenn man so will, als Sprungbrett – sicher ein tolles Erlebnis, zu dem sich Holland gemeinsam mit Regisseur Jon Watts am 21. Juni in Berlin befragen lässt.

Eine Premiere oder gar Party gibt es diesmal nicht, anders als bei „Spider-Man“ im Jahr 2002, noch mit Tobey Maguire in der Titelrolle, als die gesamte Fläche unterm Sony-Zelt, noch ausladender als jetzt bei „Baywatch“, zur Partyzone erklärt wurde.

Wie der Badespaß und das SpinnenDrama ist auch der dritte absehbare Blockbuster, der demnächst Stars in die Stadt spült, keine originäre Idee, sondern die Fortführung einer lange erprobten – wie derzeit üblich in Hollywood: Der „Planet der Affen“, erstmals 1968 als Filmstoff entdeckt, entfaltet wieder seinen Schrecken, diesmal in „Planet der Affen – Survival“. Am 23. Juni stellen Regisseur Matt Reeves und Andy Serkis, Darsteller des Primaten Caesar, den Film vor – wird sicher ein affenstarker Auftritt.

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