BBI-Strecken : Wowereit wirbt für Alternativen zu Müggelsee-Flugroute

Die Bürgerinitiative Friedrichshagen schlägt eine neue BBI-Strecke über die Gosener Wiesen vor. Klaus Wowereit signalisiert Zustimmung und fordert eine Prüfung durch den Bund.

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Sie sind vorsichtig optimistisch. „Wir sind zufrieden mit der Unterstützung“, sagt Sebastian Fassbender, einer der Sprecher der Bürgerinitiative Friedrichshagen, am Dienstag nach dem Treffen im Roten Rathaus. Am frühen Abend sind sechs Vertreter der Gruppe, die sich gegen die geplante Flugroute vom künftigen Großflughafen BBI über den Müggelsee engagiert, mit dem Regierenden Bürgermeister im Roten Rathaus zusammengekommen. Hinterher schöpfen sie Hoffnung. „Klaus Wowereit unterstützt unser Anliegen, dass Alternativen zur Route über den Müggelsee geprüft werden“, sagt Fassbender.

Wowereit selbst bezeichnete den Alternativvorschlag der Bürgerinitiative als „interessant“. Danach sollen die Flugzeuge statt über den Müggelsee künftig über die Gosener Wiesen starten, Berlins größtes Naturschutzgebiet und Teil der Spreelandschaft zwischen Fürstenwalde und Berlin. Diese Route, die weniger Anwohner belasten würde, „muss geprüft werden“, sagt Wowereit. Einen entsprechenden Brief habe er bereits an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und die Flugsicherung geschrieben. Allerdings gab Wowereit auch zu bedenken, dass die im Juni vorgestellten Routen schon das Ergebnis eines langen Abwägungsprozesses in der Flugroutenkommission seien. Sollten die Sicherheitsbedenken, die die Flugsicherung bisher gegenüber Alternativvorschlägen geäußert habe, schwerer wiegen als die mögliche Entlastung für die Anwohner, dann müsse die Belastung hingenommen werden.

Damit wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative sich nicht abfinden. Sie kündigen an, weiter jeden Montag zu demonstrieren, bis ihre drei Forderungen erhört werden: keine Flüge über den Müggelsee, keine Nachtflüge zwischen 22 und 6 Uhr sowie kein internationales Drehkreuz in Schönefeld. Dafür will man sich noch in diesem Monat auch mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) treffen, der angekündigt hat, die Bürgerinitiative einzuladen. Offiziell gilt der Beteiligungsprozess an der Routenfindung aber als abgeschlossen.

Ein Unterstützer des Protests blieb am Dienstag beim Treffen mit Wowereit außen vor: Der Star-Regisseur Leander Haußmann („Sonnenallee“) war von der Senatskanzlei ausgeladen worden, erklärte Haußmann am Dienstag in mehreren Zeitungen. Senatssprecher Richard Meng wurde mit den Worten zitiert: „Wir fanden es wenig hilfreich, wenn an dem Gespräch jemand teilnimmt, der einen beleidigenden Ton anstimmt. Wir sind an einer konstruktiven Lösung interessiert.“

Auslöser waren Haußmanns derbe Worte in Richtung des Regierenden bei einer Demonstration vor zwei Wochen: „Wowereit, komm endlich her!“, hatte der gesagt. „Hebe deinen Arsch hierher und übe deinen Beruf aus – sei ein Meister der Bürger.“ Der Stil Haußmanns ist offenbar auch innerhalb der Bürgerinitiative umstritten. „Wir führen jetzt erstmal ein konstruktives Gespräch, dann behandeln wir das Thema Haußmann separat“, hatte Initiative-Sprecher Fassbender kurz vor dem Termin bei Wowereit gesagt.

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