Berlin : Beamter zahlte Stütze aus Mitleid: Bewährungsstrafe

Von Mitleid sprach der Angeklagte, von Bedürftigkeit der Frau und von einem Versprechen, das er ihr gegeben habe. Jetzt büßte Lutz B. durch die Hilfe, die er als Mitarbeiter des Sozialamtes Neukölln einer 64-jährigen Künstlerin in Eigenregie gewährt hatte, seine berufliche Existenz ein. Wegen Untreue wurde der 47-Jährige gestern zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Gegen die Malerin wurde wegen Anstiftung eine Bewährungsstrafe von neun Monaten verhängt. Zudem muss sie 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Der derzeit vom Dienst suspendierte Beamte hatte nach Auffassung des Amtsgerichts der Frau zwischen Juli 2000 und Dezember 2003 insgesamt knapp 5000 Euro Beihilfen zum Lebensunterhalt zu viel gewährt. Die Malerin war kurz vor den Zahlungen von Neukölln nach Reinickendorf gezogen. In ihrem neuen Bezirk habe man ihren Antrag wegen einer angeblich zu großen Wohnung abgelehnt, erklärte die Angeklagte. „In meiner Not schrieb ich B. privat an.“ Der half – und schoss über ihre Ansprüche hinaus.

Vorteile brachten die Mauscheleien dem Beamten nicht. Ein Bild, das die Frau ihm geschenkt hatte, packte er nicht einmal aus. Seine Stellung als Beamter aber wird er voraussichtlich verlieren. K. G.

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