• Bebauungspläne an Revaler Straße: Kein Konsens über weitere Entwicklung des RAW-Geländes

Bebauungspläne an Revaler Straße : Kein Konsens über weitere Entwicklung des RAW-Geländes

Die Zukunft des RAW-Geländes steht weiter in den Sternen. Überraschenderweise präsentierten die Investoren nicht, wie geplant, ihre umstrittenen Bebauungspläne an der Revaler Straße. Es fehle der "übergreifende Konsens".

Haiko Prengel
Das Morlox in der Haasestraße Ecke Revaler Straße: Von neuen Investoren bedroht steht das Projekt kurz vor der Schließung.
Das Morlox in der Haasestraße Ecke Revaler Straße: Von neuen Investoren bedroht steht das Projekt kurz vor der Schließung.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Im Streit um die Zukunft des RAW-Geländes in Friedrichshain gab es am Mittwochabend eine Überraschung: Die Investoren kamen nicht zur öffentlichen Vorstellung ihrer umstrittenen Bebauungspläne an der Revaler Straße. Eigentlich sollten sie diese am Mittwochabend im Planungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) präsentieren. Die Gegner hatten dazu lautstarke Proteste angekündigt und waren in großer Zahl erschienen. Kurzfristig hätten sich die Grundstückseigentümer entschuldigt, sagte der Ausschussvorsitzende John Dahl. Das sei „sehr misslich.“ Zur Begründung hätten sie angeführt, die Präsentation sei „aus aktueller Sicht“ nicht sinnvoll. Es fehle der „übergreifende Konsens“ über die weitere Entwicklung des Projektes RAW.

Irritiert hat die Eigentümer offensichtlich der breite Widerstand, der sich in den vergangenen Tagen gegen die Bebauungspläne formierte. Das Gelände des früheren Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) an der Revaler Straße ist einer der größten Kulturorte Berlins. Auf mehr als 71 000 Quadratmetern Fläche gibt es diverse Clubs und Diskotheken, aber auch Kreativadressen wie den RAW-Tempel mit Töpferwerkstatt und Kinderzirkus. Außerdem nutzen viele das weitläufige Areal im Sommer als Freizeitfläche.

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Doch nun soll das Gelände wie berichtet geteilt werden. Der Inhalt des Bebauungsplans: Die Westseite bleibt bei den isländischen Mehrheitseignern, die bislang nichts gegen einen Fortbestand von Lokalitäten wie etwa dem Kulturhaus Astra hatten. Die Ostseite geht dagegen an deutsche Investoren, die auf ihrem Areal Eigentumswohnungen und Geschäfte bauen wollen. Für beliebte Ausgeh- und Freizeitadressen wie das Kulturzentrum M.I.K.Z. wäre dies das Ende.

Aus Protest gegen die Investorenpläne war es im BVV-Saal ungewöhnlich voll. RAW-Mieter und Anwohner, aber auch Anhänger der Berliner Clubszene waren gekommen, konnten ihrem Unmut aber nicht Luft machen. „Es ist schade, dass wir nicht direkt auf ihre Pläne reagieren können“, erklärte die „Initiative für den Erhalt des RAW als Kulturensemble“. Schließlich stellte das Bündnis auf einem Pappmodell vor, wie es seiner Ansicht nach auf dem RAW-Gelände weitergehen soll – nämlich, dass es „schön bunt, schön grün bleibt“. Friedrichshain brauche keine weitere Bebauung, sondern einen Ort, „wo wir uns ein bisschen erholen können“. Doch die Phase der Erholung wird vermutlich nur kurz sein. Die Investoren kündigten an, ihre Präsentation bald nachzuholen.

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