In Zukunft werden noch mehr Plätze benötigt.

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Bedarfsatlas 2014 : Mehr Kitaplätze in Berlin - dennoch Mangel in vielen Kiezen
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Der Bedarfsatlas zeigt, wie es um die Kitaplätze steht. Nicht in allen Gebieten Berlins sind genügend Plätze vorhanden.
Der Bedarfsatlas zeigt, wie es um die Kitaplätze steht. Nicht in allen Gebieten Berlins sind genügend Plätze vorhanden.Quelle: Senatsverwaltung für Jugend, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Grafik: Der Tagesspiegel / Bartel

Dass in den vergangenen Jahren viel erreicht wurde, bestätigt auch Roland Kern vom Dachverband der Kinder- und Schülerläden. „Der Ausbau muss aber unvermindert weitergehen“, fordert er. Eine Reserve von rund zehn Prozent an freien Plätzen müsse das Ziel sein, damit Eltern nicht den nächstbesten Platz nehmen müssten. „So würde es zu einem Wettbewerb um die Qualität kommen.“ Zudem müsse berücksichtigt werden, dass künftig wahrscheinlich noch mehr Kinder in Kitas kommen. Seit letztem August gilt der Rechtsanspruch ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.

Prognose: Mehr Dreijährige werden einen Kitaplatz benötigen

Rund 70 Prozent der unter Dreijährigen gehen in Berlin in eine Kita, bundesweit sind es nur 39 Prozent. „Ich gehe davon aus, dass dieser Anteil auch in Berlin steigt“, sagte Kern. Bei den Drei- bis Sechsjährigen gehen derzeit 95 Prozent in die Kita. „Wenn es politisch gewollt ist, dass auch diese Zahlen steigen, brauchen wir mehr Plätze“, so Kern. Und spätestens im Mai werde es in den meisten Kitas wieder eng. „Wer da erst mit der Suche beginnt und schnell einen Platz braucht, wird ein Problem bekommen.“ Denn die Plätze, die im Sommer bei der Einschulung frei geworden sind, sind spätestens bis dahin wieder besetzt.

Berlins Eltern und ihre Suche nach einem Kitaplatz
Jana, 32 Jahre alt, selbstständige Heilpraktikerin aus Schöneberg und Emil, 2,5 Jahre alt: "Als ich im neunten Monat schwanger war, wurde mir bereits geraten, mich um einen Kitaplatz zu kümmern. Der Druck war enorm. Wir standen auf fünf Wartelisten, einige Kitas haben von vorneherein nein gesagt. Durch Vitamin B sind wir dann zu einem Platz gekommen: Eine Bekannte hatte gerade einen Kinderladen eröffnet. Da die Kinder dort nur bis zu ihrem dritten Lebensjahr bleiben dürfen, haben wir vor kurzem gewechselt – und sofort einen Platz bekommen. Auch mit dem neuen Kitaplatz sind wir sehr glücklich. Die Erzieher sind sehr engagiert, es gibt einen großen Garten, das Angebot – von Theater über Turnen – ist toll. Einzig der Nachmittagsschlaf auch bei älteren Kindern ist für die Eltern nicht immer von Vorteil. Die Kinder sind abends erst spät müde."
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1 von 6Foto: Sandra Rudel
23.01.2014 13:37Jana, 32 Jahre alt, selbstständige Heilpraktikerin aus Schöneberg und Emil, 2,5 Jahre alt: "Als ich im neunten Monat schwanger...

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