Berlin : Begrenzt saugfähig

Loriot gratulierte zum Springer-Preis

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Es wirkte ein wenig undiplomatisch, als der Festredner der diesjährigen Verleihung des Axel Springer Preises für junge Journalisten bekannte, dass er die „Süddeutsche“ der zu Springer gehörenden „Bild“ vorziehe. Aber die Zuhörer lachten. Selbst die Verlegerin Friede Springer und der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner . Die „Bild“Zeitung, erklärte der Festredner, genüge ihm zwar intellektuell, doch sei sie nur „in begrenztem Maße saugfähig“. Er benutze Zeitungen nämlich, um seine Schuhe gegen den Regen auszustopfen. Wieder lachten sie in der Ullstein-Halle im Berliner Springer-Haus. Dabei saßen dort überwiegend Journalisten, die an Sätzen feilen, damit sie gelesen werden.

Auf dem Podium stand Vicco von Bülow , und er hielt die wohl charmanteste Rede in der zwölfjährigen Geschichte des renommierten Preises. Anschließend wurden zwölf junge Journalisten ausgezeichnet. Die größte Mühe hatte wohl Gunther Hainke , Gewinner in der Kategorie Fernsehen, auf sich genommen: Für seinen ZDF-Film „Aufstieg in die Todeszone“ kletterte er fast bis auf den Gipfel des Mount Everest. Für Tagesspiegel-Redakteur Christoph Amend erwies sich ein geplatztes Interview als Glücksfall: Michel Friedman autorisierte ein Gespräch nicht. Also schrieb er das Porträt „Mann im Spiegel“, mit dem er den ersten Platz in der Kategorie „Interview/Porträt“ machte. nol

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