Berlin : Begrenzter Jubel

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Betrifft: Zehntklässler kommen auf den Prüfstand“ vom 26. Mai 2002

Der Jubel bezüglich der Vergleichsarbeiten für Zehntklässler sollte sich vorläufig in engen Grenzen halten. Eine einzige Vergleichsarbeit sagt fast nichts über die Qualität des tatsächlich stattfindenden Mathematikunterricht aus. Dieser sollte heute - beeinflusst durch die Timms- und Pisa-Studien - bestimmt sein durch offene Unterrichtsformen, offene Aufgabenstellungen, angemessenen Medieneinsatz und dem Erwerb von Basiswissen (siehe u.a. beim bundesweiten Sinus-Projekt zur Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts). Nur dieser letzte Aspekt wird in den Vergleichsarbeiten berücksichtigt.

Vergleichsarbeiten haben u. a. den Vorteil, dass die Lehrer einer Schule endlich über ihren Mathematikunterricht sprechen und gemeinsame Bewertungskriterien entwickeln. Sie verführen aber auch Lehrer dazu, um des Erfolgs seiner Schüler willen stumpfsinnig für diese Arbeiten zu üben und dabei andere wichtige Aspekte zu vernachlässigen.

Übrigens kann man sich über das ganze Spektrum von Vor- und Nachteilen von (Mathematik-) Vergleichsarbeiten und über schulinterne Bemühungen um sie an der Rückert-Oberschule (Gymnasium) in Berlin-Schöneberg informieren. Hier werden solche Arbeiten in Mathematik schon seit mindestens 20 Jahren in den Klassenstufen 8 bis 10 in jedem Halbjahr geschrieben.

Eberhard Lehmann (Studiendirektor i.R).,Berlin-Lichterfelde

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