Berlin : Behörden streiten um Kinderschutz

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Zu anspruchsvoll – und deshalb selbst schuld. So lautete das Fazit der Senatsverwaltung für Finanzen, nachdem es dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nicht gelungen war, Mitarbeiter für die „Berliner Kinderschutz-Hotline“ zu finden. Doch die Vorwürfe will Jugendstadträtin Monika Herrmann (Bündnis 90/Grüne) nicht auf sich sitzen lassen. Weil das Land ein natürliches Interesse daran habe, die Überhangkräfte zu verteilen, werde „wieder einmal ein Bezirk öffentlich diffamiert“, obwohl die Verantwortung eindeutig bei der Senatsverwaltung liege.

Wie berichtet, hat der Bezirk Probleme, für die neue Kinderschutz-Hotline aus dem Stellenpool geeignete Bewerber zu finden. Die Senatsverwaltung hatte erklärt, der Bezirk sei bei der Stellenausschreibung zu anspruchsvoll gewesen. Nur deshalb sei es nicht möglich gewesen, geeignete Kräfte aus dem Stellenpool zuzuweisen. Man habe lediglich Sozialarbeiterinnen gesucht, die einen Fachhochschulabschluss haben, erklärte die Stadträtin. Aufgabe der Hotline-Mitarbeiter sei nicht nur, Gespräche weiterzuleiten. Eine qualifizierte Beratung sei ebenso erforderlich wie eine Risikoeinschätzung.

Im Stellenpool sind über 1500 Erzieherinnen, aber wenige Sozialpädagogen, erklärte Monika Herrmann. „Hier geht es längst nicht mehr um Qualität, sondern lediglich um Quantität. Inhalt und Geld werden nicht mehr in Einklang gebracht, selbst auf Seiten des Kinderschutzes wird versucht, Geld zu sparen.“ du-

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