Bei Anflug auf Berlin-Tegel : Passagiere verletzten sich während Turbulenzen

Bei einem Flug von Riga nach Berlin-Tegel verletzten sich zwei Passagiere und eine Flugbeleiterin einer Maschine der lettischen Airline Air-Baltic. Heftige Turbulenzen waren die Ursache.

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Ein Air Baltic Bombardier Q400 startet auf dem Flughafen in Riga. Foto: Reuters
Ein Air Baltic Bombardier Q400 startet auf dem Flughafen in Riga.Foto: Reuters

Schreck am Himmel: Beim Anflug auf den Flughafen Tegel geriet eine Maschine der lettischen Fluggesellschaft Air Baltic am Dienstag in Turbulenzen, die so heftig waren, dass nicht angeschnallte Passagiere verletzt wurden.

Nach Angaben der Fluggesellschaft brach sich ein Passagier ein Bein, ein weiterer sowie ein Flugbegleiter seien leicht verletzt worden. Ein Arzt an Bord habe Erste Hilfe geleistet. Nach der Landung habe sich zunächst ein Sanitäter der Flughafenfeuerwehr um die Verletzten gekümmert, sagte Flughafensprecher Lars Wagner. Der Passagier mit dem gebrochenen Bein wurde ins Krankenhaus gebracht. Nach ersten Angaben hatten die Verletzten im Gang gestanden.

Das Flugzeug wurde inspiziert

Die Maschine, eine Boeing 737-300, musste zunächst am Boden bleiben, um inspiziert werden zu können, wie Air Baltic mitteilte. Mit Verspätung startete sie dann laut Flugplan zum Rückflug nach Riga. Air Baltic wurde 1995 gegründet. Die lettische Regierung besitzt 99,8 Prozent der Aktien.

Turbulenzen gehören zum Alltag des Fliegens. Eine ungewöhnliche Wetterlage habe es am Dienstag nicht gegeben, sagte Stefan Laps vom privaten Wetterdienst Meteogroup. Es habe einen auffrischenden Wind auf der Vorderseite eines Sturmtiefs gegeben, das Berlin aber nicht erreicht hatte und auch nicht erreichen werde. In höheren Lagen sei es ganz normal, dass der Wind auffrische.

Turbulenzen sind schwer zu erkennen. Sie führen zu Höhenänderungen eines Flugzeugs und werden von Passagieren meist als „Luftloch“ wahrgenommen. Verursacht werden sie durch das Aufeinandertreffen von größeren Luftmassen, die sich mit stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten in der Regel in Höhen von 7000 bis 12000 Metern bewegen. Da sie nicht zu erkennen sind und auch nicht vom Radar erfasst werden, können sie, anders als Gewitter, von den Piloten nicht umflogen werden.

So berichtete ein Passagier von einem Flug von Frankfurt (Main) nach Berlin mit so heftigen Turbulenzen, dass eine Stewardess ihrer im Gang stehenden Kollegin zurief, sie solle sich auf den Boden werfen. Die Sitze waren alle belegt.

Anschließend bat der Pilot um Entschuldigung und erklärte den zum Teil erheblich verängstigen Passagieren, er sei von der Turbulenz völlig überrascht worden. Warnungen von Kollegen habe es nicht gegeben. Da unklar war, ob es weitere Turbulenzen geben würde, stellte die Crew das kurz vorher begonnene Servieren sofort ein.

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