Bei Ausschreibung : Bahntechnikhersteller wollen neue S-Bahnen bauen

Sollte die Berliner S-Bahn die Betreibergesellschaft wechseln, wäre zumindest der Wagon-Neubau kein Problem: Verschiedene Technikhersteller bekundeten bereits jetzt ihr Interesse an dem möglichen Großauftrag.

Mehrere Bahntechnikhersteller stehen bereit, im Falle einer Ausschreibung für neue Berliner S-Bahnzüge mitzubieten: „Wenn eine Ausschreibung über die S-Bahn Berlin kommt, werden wir sicherlich auch in der Lage sein, ein Angebot vorzulegen“, sagte die Sprecherin von Stadler Pankow, Katrin Block, der Berliner Zeitung. Stadler Pankow mit Sitz in Berlin gehört zur Schweizer Rail Group und liefert Bahnen vor allem für den Nahverkehr an viele Länder in Europa.

Hintergrund ist die jüngste Aufforderung der Bundesregierung an die Deutsche Bahn, angesichts der massiven Probleme bei der Berliner S-Bahn in neue Züge zu investieren. „Ich glaube, dass jeder Hersteller aus unsere Branche solche Töne gerne vernimmt“, sagte die Sprecherin von Stadler Pankow.

Der weltgrößte Schienentechnikkonzern Bombardier, auch mit Sitz in Berlin, zeigte sich ebenfalls erfreut über den Investitions-Druck, den die Bundesregierung plötzlich auf die Deutsche Bahn ausübt: „Wir wären natürlich in der Lage, neue Züge für Berlin herzustellen und würden auf ein Angebot sicherlich reagieren“, sagte Sprecher Heiner Spannuth.

Siemens Mobility sieht sich ebenfalls in der Lage, auf ein mögliches Angebot aus Berlin zu reagieren: „Wir stehen als Hersteller bereit“, sagte Sprecher Peter Gottal. Siemens ist derzeit mit seiner S-Bahn Desiro in Belgien und im Rheinland sehr erfolgreich.

Allerdings warnten alle Hersteller vor der Illusion, eine schnelle Lösung bieten zu können: „Von heute auf morgen kann kein Unternehmen eine neue S-Bahn aufs Gleis stellen“, sagte Gottal.
Siemens geht davon aus, dass es etwa zwei Jahre ab Auftragsvergabe dauern würde, bis eine Bahn geliefert werden kann. Nimmt man die langwierige Ausschreibung hinzu, seien schnell drei Jahre verstrichen. Eine Möglichkeit wäre, wenn mehrere Hersteller miteinander kooperieren würden. Damit ließe sich vielleicht Zeit sparen. (dapd)

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