Berlin : Bei einer Friedrichshainer Firma wird man sein Altpapier los

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Nichts ist älter als die Tageszeitung von gestern - sie landet regelmäßig im Hausmüll. Alternativ dazu bietet jetzt eine Friedrichshainer Firma eine Entsorgungsmöglichkeit. Seit einigen Tagen können Berliner aus den umliegenden Bezirken ihre alten Zeitungen bei der Firma "Dämmstatt" abgeben. Die neue Annahmestelle am Markgrafendamm 20a ist montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr geöffnet.

Wer seine Tageszeitungen sortenrein abgibt, wird dafür belohnt: pro Kilo werden sieben bis zwölf Pfennig bezahlt. "Pizzaschachteln, Pappkartons und Zeitschriften können wir aber nicht gebrauchen", sagt Mitarbeiterin Birgit Wieczorek. Zusätzlich bietet "Dämmstatt" die Möglichkeit, blaue Sammeltonnen bei Betrieben und Privathaushalten aufzustellen und die Altzeitungen abzuholen. Wegen der Transport- und Sortierkosten ist dieser Service allerdings nicht gratis.

Aus den Zeitungen stellt die Firma seit 1994 einen grau-flockigen Zellulosestoff her, der zur Dämmung von Wänden, Decken und Dächern verwendet wird. Abnehmer sind Baufirmen in Österreich, der Schweiz, Frankreich und Deutschland. Bis zu 300 Tonnen Papier werden monatlich verarbeitet. Bisher musste das Unternehmen Papier ankaufen, da die gesammelten Papiermengen der momentan rund 400 Kunden den Bedarf nicht deckten. Mit der Aktion wolle man unabhängig vom teuren Materialeinkauf werden, so Wieczorek.

"Dämmstatt" beschäftigt zurzeit 15 Mitarbeiter, weitere könnten eingestellt werden, wenn die Produktion steigt. Laut Wieczorek hängt das im Wesentlichen von den gelieferten Mengen ab. Sie ist optimistisch. "Schon mit Mund-zu-Mund-Propaganda war die Resonanz groß. Gerade in Ost-Berlin, wo es früher viele Verwertungsstellen für Altstoffe gab, haben sich die Leute gut daran gewöhnt."

Die öffentlichen Altpapiercontainer der BSR waren, wie berichtet, Ende Juni fast flächendeckend vor allem aus Kostengründen entfernt worden. Die Stadtreinigung setzt nun auf die blauen Sammeltonnen.

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