Berlin : Bei fünf Prozent klappt’s gar nicht

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Hypnotische Verfahren zählen zu den ältesten Heilmethoden und gehen auf Praktiken wie den Tempelschlaf im antiken Griechenland oder indische Meditationsriten zurück. Den Begriff Hypnose verwandte um 1843, in Anlehnung an Hypnos , griechischer Gott des Schlafes, erstmals der schottische Arzt James Braid – und lag damit eigentlich falsch: Hypnose hat mit Schlaf nichts zu tun, in Trance ist man mental hellwach. Wissenschaftlich wurde die Hypnose um 1770 von Franz Anton Mesmer wiederentdeckt. Weiterentwickelt wurde die Hypnose im 20. Jahrhundert durch Oskar Vogt (18701959), dann durch dessen Schüler Johannes Heinrich Schultz, der das autogene Training entwickelte. Bei Operationen hat man Hypnose aufgrund ihrer schmerzstillenden Wirkung schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts eingesetzt. 1850 wurde sie aber durch die Einführung von Äther, Chloroform und Lachgas verdrängt. Das Interesse schwand, bis der US-Arzt Milton Erickson um 1950 die moderne Hypnotherapie begründete.

FÜR WEN IST SIE WAS?

Die Suggestibilität, also die Fähigkeit, sich hypnotisieren zu lassen, hängt mit den mental-kreativen Fähigkeiten zusammen. Etwa fünf Prozent der Menschen sind nicht hypnotisierbar, etwa zehn Prozent dagegen sehr leicht.

WAS GESCHIEHT?

Leichte Trance (Somnolenz). Die Aktivität des Bewusstseins unterscheidet sich noch kaum vom Wachzustand. Es werden einfache und logische Suggestionen ausgeführt.

Mittlere Trance (Hypotaxie). Das Wachbewusstsein ist kaum noch aktiv. Möglich: alle Suggestionen, die nicht der Persönlichkeit zuwiderlaufen.

Tiefe Trance (Somnambulanz). Die Kritikfähigkeit des Wachbewusstseins ist ausgeschaltet. Es werden auch Suggestionen ausgeführt, die unlogisch und realitätsfremd sind. Es sind neben negativen Halluzinationen (Dinge übersehen) auch positive Halluzinationen (Dinge sehen, die nicht da sind) möglich.

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