Berlin : „Bei Großveranstaltungen wie dem Filmpreis bleiben Pannen nicht aus“

-

NACHGEFRAGT

Die Fernsehübertragung des Deutschen Filmpreises aus dem Tempodrom am Wochenende war eine Premiere für den RBB: Erstmals übertrug der fusionierte BerlinBrandenburgische Rundfunk eine derartige Großveranstaltung. Viele Zuschauer ärgerten sich jedoch über die große Zahl peinlicher Fehler während der Sendung. Lars von Törne befragte dazu RBB-Redaktionsleiterin Rosemarie Wintgen.

Abgewürgte Ansprachen, technische Pannen, ein genervter Moderator Jörg Pilawa – viele Fernsehzuschauer haben sich über Pannen bei der Übertragung des Deutschen Filmpreises geärgert. Woran lag’s?

Die Sendung war sehr gut und sehr erfolgreich. Sie war zügig, unterhaltsam und aus meiner Sicht ohne jede Peinlichkeit.

Das haben viele Zuschauer anders erlebt. Zum Beispiel die arg begrenzte Redezeit der Geehrten, die zu Buhrufen im Publikum führte.

Die Dankesreden der Preisträger sollten 45 Sekunden nicht überschreiten. Danach wurden sie angezählt, und der Ton wurde verfremdet. Es ist im Interesse der Veranstaltung und auch im Interesse der Zuschauer notwendig, diese Reden in einem gewissen Rahmen zu halten. Das hat bis zur Hälfte gut geklappt. Danach ist das nicht konsequent fortgesetzt worden.

Sie spielen auf Moderator Jörg Pilawa an, der deutlich genervt gewirkt hat.

Ja, aber dazu will ich mich jetzt nicht äußern.

Pilawas Reaktion zog auch die Stimmung der Veranstaltung in Mitleidenschaft…

…ich war nur für die Fernsehsendung zuständig, nicht für die Veranstaltung als Ganzes. Mit der Sendung bin ich sehr zufrieden.

Es gab auch Klagen über eine defekte Mikrofonanlage, die Klimaanlage soll nicht funktioniert haben…

…solange ich in dem Raum war, hat die Klimaanlage funktioniert.

Und die Mikrofone?

Es hat ein paar Pannen gegeben. Wir waren nicht alle glücklich mit dem Ablauf. Da muss man genau nachforschen, wer dafür verantwortlich war. All diese Pannen haben aber bei der Fernsehsendung keine Rolle gespielt.

Für manche Fernsehzuschauer lautet das Fazit: Guter Inhalt, schlecht präsentiert.

Ich bin mit der Präsentation im Fernsehen hundertprozentig zufrieden. Die war gut, glatt und unterhaltsam. Außerdem: Bei allen Großveranstaltungen bleiben Pannen nun mal nicht aus, das gilt auch für andere wie die Goldene Kamera. Wir hätten uns gefreut, wenn es ein paar Pannen weniger gegeben hätte. Aber das sollte man nicht in den Vordergrund stellen.

Also trotz allem eine gelungene Premiere für den neuen RBB?

Ja, für die Fernsehsendung auf jeden Fall.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben