Berlin : Bei Meister-Schwimmern

Frank Bachner

Wow, lauter gute Nachrichten hier. Man bekommt keinen Sonnenbrand. Man sieht die Sonne nicht mal, nur ein Hallendach. Man sieht auch keine Männer, die in Badehose mit ihrem Bierbauch über den Rasen walzen, der ästhetische Albtraum in jedem Freibad. Und man kommt auch nicht mit blauen Flecken aus dem Freibadpool, weil man erst gar nicht reinkommt. Im Becken sind deutsche Spitzenschwimmer, schließlich finden hier, in der Halle an der Landsberger Allee die Deutschen Schwimm-Meisterschaften statt.

Okay, man kann nicht selber baden, aber dafür sieht man haufenweise durchtrainierte junge Menschen; viele wunderschöne Frauen im Badeanzug und attraktive junge Männer. Und Partystimmung herrscht hier. Sirenen heulen, Tröten kreischen, es wird gepfiffen und gejubelt, dafür sorgen die Leute auf den Rängen. Schwimmer, die gerade nicht im Einsatz sind und ihre Teamkollegen anfeuern. Manchmal wird auch geweint, nach einer bitteren Niederlage zum Beispiel, aber das gibt’s halt bei Partys. Kennt man doch, nicht so tragisch.

Außerdem ist es angenehm kühl hier drin, aber Bierbänke gibt’s trotzdem. Im Foyer, dort, wo man essen und trinken kann. An der Tribüne hängt natürlich auch eine Deutschlandfahne, die ist ja Pflicht. Sie hängt gleich neben dem Transparent, auf dem die „SG Baunatal Berlin“ grüßt. Die Schwimmer zu Gast bei Freunden.

Und wer unbedingt ein prominentes Gesicht sehen will, aber, Herrgott, bloß keinen Fußballer, der wird von der ARD bedient. Die hat ja quasi einen öffentlich-rechtlichen Auftrag dazu und überträgt am Freitag und am Sonnabend. Am Mikrofon in der Halle ist nicht bloß ARD-Reporter Hajo Seppelt, sondern eine ungleich bedeutendere Persönlichkeit: Franziska van Almsick.

Deutsche Schwimm-Meisterschaft, Halle an der Landsberger Allee, bis Sonntag. Heute ab 12 Uhr, Freitag ab 12.45 Uhr, Sonnabend ab 13.30 Uhr, Sonntag ab 13 Uhr.

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