• Bei Vivantes drohen Pfleger mit Streik Verhandlung gescheitert Auch Ärzte vor Ausstand

Berlin : Bei Vivantes drohen Pfleger mit Streik Verhandlung gescheitert Auch Ärzte vor Ausstand

Beim Berliner Klinikkonzern Vivantes droht Streik. Nach monatelangen Gesprächen hat die Gewerkschaft Verdi gestern die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Verdi fordert die Übernahme des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes (TVöD) und damit volles Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Darauf mussten rund 12 000 Vivantes-Mitarbeiter seit 2004 verzichten. Sollte der TVöD übernommen werden, könnten sich Pflegekräfte und Verwaltungsangestellte 2009 auch über rund vier Prozent mehr Lohn freuen. Eine Sprecherin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes, dem Vivantes angehört, sagte, man berate nun intern über das weitere Vorgehen.

Verdi-Funktionär Stefan Thyroke sagte, die Gewerkschaft bereite sich auf einen Arbeitskampf vor. „Wir werden in allen Vivantes-Kliniken Streikkomitees wählen.“ Wenn gestreikt werde, dann zunächst im OP-Bereich. Kommende Woche gehen derweil die Tarifverhandlungen mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund weiter. Sie fordert für die 1400 Vivantes-Mediziner mindestens 300 Euro mehr Lohn im Monat. „Die Geschäftsführung weiß, dass wir streikbereit sind“, hieß es von Ärzten.

Vivantes ist der bundesweit größte kommunale Krankenhausverbund und versorgt unter anderem in neun Kliniken stationär rund 190 000 Patienten pro Jahr – etwa 30 Prozent aller Berliner Patienten. Mit einem Etat von 730 Millionen Euro verzeichnete Vivantes 2007 einen Gewinn von zwei Millionen Euro. Vivantes-Geschäftsführer Joachim Bovelet kündigte jüngst eine Prüfung aller Klinikstandorte unter dem Titel „Masterplan 2015“ an – Verdi fürchtete Jobabbau.

Am kommenden Donnerstag wollen aus ganz Deutschland 65 000 Menschen in Berlin gegen die Unterfinanzierung der Krankenhäuser demonstrieren.hah

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