Berlin : Beim Geiz hört der Spaß auf

Bernhard Brinks neue Single darf nicht in jedes Händler-Regal

Tanja Buntrock

„Geiz ist geil.“ Klingelt’s? Richtig, seit Monaten wirbt die Elektronikwaren-Kette Saturn mit diesem Slogan. Doch „Geiz ist geil“ heißt auch die neue Single des Berliner Schlagersängers Bernhard Brink. Die identischen Titel bescheren ihm nun Ärger. Die „Saturn“-Konkurrenten Karstadt und Pro Markt weigern sich, Brinks „Geiz“-Single, die seit dem 24. Februar auf dem Markt ist, in die Regale zu stellen.

„Das ist doch behämmert“, ärgert sich Brink. „Ich habe erfahren, dass die bei Karstadt schon 1500 Singles bestellt haben. Das haben sie dann wieder rückgängig gemacht. Die glauben, dass die Kunden an Saturn denken, wenn sie dort meine Single kaufen.“ Dabei sei der Song nicht einmal im Auftrag der Kette entstanden. Der Texter Andreas Bärtels hat die Zeilen zu „Geiz ist geil“ zwar geschrieben, nachdem er den Spruch im Radio gehört hatte. „Aber ich hab’ das aus einem Spaß heraus gemacht“, sagt er. Das Lied habe er dann der Plattenfirma Koch-Universal, bei der Brink unter Vertrag ist, angeboten. „Die waren begeistert.“ Dann sei die Plattenfirma offensiv auf Saturn zugegangen, um später Ärger zu vermeiden. „Dort fand man das witzig und hat daraufhin angeboten, uns zu unterstützen, indem die Single gut präsentiert wird“, erklärt Bärtels. Gleiches gilt für die Media-Markt-Kette, die zum selben Konzern gehört. Bei Karstadt oder Pro Markt fand man das überhaupt nicht witzig.

„Richtig, bei uns gibt es diese Single nur auf Bestellung“, sagt Karstadt-Sprecher Elmar Kratz. Nicht richtig sei hingegen, dass man bereits 1500 bestellt und dann wieder zurückgeschickt habe. Im Computersystem seien 1500 Stück zwar „als Bestellung voreingestellt“ gewesen, aber nach einer Prüfung habe man sich dann entschieden, „dass wir die Single nicht präsentieren.“ Kratz kontert Richtung Konkurrenz: „Ich bezweifle, dass unsere Mitbewerber eine Single mit unserem Slogan ,Kaufregung’ auslegen würden.“ Das Brinks Longplay-Album führe der Konzern dann ja wieder. „Na klar“, sagt auch der Sänger, da stehe der Single-Titel ja auch nur ganz klein drauf.

Bei Pro Markt hat man mit der Single ähnliche Probleme: „Die gibt es bei uns nicht, weil sie Werbung für Saturn macht“, sagt eine Unternehmensprecherin. Texter Andreas Bärtels findet es „kleinlich“, wie sich die Firmen anstellen. Geiz ist geil – hier kommt der Schnäppchenjäger, Geiz ist geil – denn teuer, das kann jeder, singt Brink. Kann sich ein Unternehmen das heutzutage noch leisten, auf eine Single im Sortiment zu verzichten? „Ja“, sagt Karstadt-Sprecher Kratz. Er habe den Eindruck, dass dieses Lied kein Chart-Renner werde.

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