Berlin : Beim Tag des offenen Denkmals geht es um Holz

Jan Stremmel

Regula Lüscher steht in einer holzgetäfelten Halle und strahlt. Die Senatsbaudirektorin lässt den Blick durch die Aula der Kunsthochschule Weißensee schweifen. Die turnhallenhohen Wände, die Kassettendecke, die Bühne, das Rednerpult – alles ist verkleidet mit Birnbaum, Palisander, Esche und Ulme. „Holz“, sagt Lüscher, „weist in die Zukunft und gleichzeitig in die Vergangenheit.“

Die Aula der Kunsthochschule, frisch restauriert nach den Originalplänen des Bauhaus-Architekten Selman Selmanagic, ist eines der bedeutendsten Bauwerke der DDR-Nachkriegsmoderne. Ein passender Ort, um über das kulturelle Erbe der Stadt zu sprechen – und über den Tag des offenen Denkmals. In ganz Deutschland öffnen am Wochenende historische Bauten ihre Türen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Das Schwerpunktthema in diesem Jahr: Holz.

Der Tag findet zum 20. Mal statt, und Berlin ist mit besonders vielen Orten beteiligt: Archäologen führen durch die Grabungen auf dem Flughafen Tempelhof, in Charlottenburg dürfen Besucher den Rathausturm besteigen, die Heiliggeistkapelle in Mitte und die ehemalige Glaubenskirche am Roedeliusplatz öffnen ihre Dachstühle, und in Schöneweide können Neugierige auf einer Fahrradtour die „AEG-Stadt“ Oberschöneweide erkunden. Auch Eberhard Roller, der Restaurator der holzvertäfelten Bauhaus-Aula, öffnet sein Kreuzberger Atelier.

Mit rund 350 Angeboten hat sich die Teilnehmerzahl seit dem ersten Tag des offenen Denkmals etwa verzehnfacht. Orientierung bieten ein interaktiver Stadtplan im Internet, eine Smartphone-App und ein Magazin, das im Landesdenkmalamt ausliegt.Jan Stremmel

Tag des offenen Denkmals, 8./9. September. Eintritt frei, teilweise ist eine Anmeldung nötig. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de

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