Berlin : Beisheim-Center: Ein Hauch von Rockefeller

C. v. L.

Für rund 900 Millionen Mark wird bis 2003 neben dem Sony-Center das bis zu 19-stöckige "Beisheim-Center" entstehen. Der Milliardär Otto Beisheim, Gründer des Handelskonzerns Metro, will termingerecht zu seinem 80. Geburtstag zwei Bürokomplexe, ein Gebäude mit 36 Luxus-Eigentumswohnungen, ein Ritz-Carlton- sowie ein Marriott-Hotel fertig stellen. Die Pachtverträge mit der Marriott-Gruppe wurden gestern unterzeichnet, erste Baugenehmigungen sollen in Kürze vorliegen. Das Projekt zwischen Lenné-, Bellevue- und Ebertstraße gilt nach Ansicht des Investors als "krönender Abschluss" des Potsdamer Platzes.

Mit den geplanten Gebäudeblöcken, die an ihren Innenseiten einnen kleinen Platz einrahmen, werde dem "Konzept der verdichteten Stadt" entsprochen, sagte Beisheim-Geschäftsführer Erwin Conradi. Noch ist über die Architektur im Detail nicht entschieden, als sicher aber gilt, dass Fassaden in hellem Naturstein enstehen, die von Säulen- und Erkerelementen unterteilt sind. Das Hotelhochhaus, das sich nach oben verjüngt, soll eine moderne Interpretation des Rockefeller-Centers in New York darstellen.

Für den höchsten Kopfbau und das angrenzende zehngeschossige Bürogebäude zeichnet das Architekturbüro Hilmer, Sattler und Albrecht verantwortlich. Es hatte 1991 den städtebaulichen Entwurf für den Potsdamer Platz entwickelt, war später beim Bau von Investoren aber nicht berücksichtigt worden. Am Projekt beteiligt sind die Architekturbüros von Bernd Albers, Modersohn & Freiesleben und David Chipperfield.

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Das geplante Beisheim-Center

In den Erdgeschosszonen des Beisheim-Centers soll es Läden, Cafés und Restaurants geben. Allein der Bau des zum Marriott-Konzern gehörenden Fünf-Sterne-Hotels Ritz-Carlton mit mehr als 300 Zimmern soll 307 Millionen Mark kosten, die in seinen Obergeschossen geplanten Wohnungen, alle rund 275 Quadratmeter groß, kosten fast 70 Millionen Mark. Das Vier-Sterne-Haus Marriott mit 375 Zimmern und Suiten kostet 253 Millionen Mark. Im Wohngebäude am Henriette-Herz-Park sind 150 bis 300 Quadratmeter große Domizile vorgesehen. Hier werde eine in Berlin ungewöhnliche Qualität geboten, die künftigen Bewohner könnten sich wie im Einfamilienhaus fühlen, ohne dessen Nachteile in Kauf zu nehmen, sagte der Beisheim-Geschäftsführer. Senatsbaudirektor Hans Stimmann habe das Projekt gefördert, "uns aber auch vieles ausgeredet - zum Besseren". Das Projekt wurde niedriger. Stimmann erwiderte, so viel Lob höre er nicht oft von Bauherren.

Die Verträge mit John W. Marriott III. wurden bei der Trigon-Gruppe unterzeichnet, die über ihre Firma Intertec als Projektsteuerer und Generalplaner das Beisheim-Center errichten wird. Trigon, einst Klingbeil, hatte sich als Bauträger vor mehr als zehn Jahren schon darauf vorbereitet, für Marriott das Haus Cumberland am Kurfürstendamm zu kaufen und zum Luxushotel umzubauen. Die Pläne zerschlugen sich wie eine jüngste Bewerbung um das öffentliche Grundstück. Der Mitkonkurrent Fundus bekam den Zuschlag. Er will aus dem ehemaligen Gebäude der Oberfinanzdirektion das "Adlon des Westens" machen.

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